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Meerbusch
Widerstand gegen Konverter bei Osterath

Meerbusch: Widerstand gegen Konverter bei Osterath
Vom Umspannwerk Osterath aus soll die geplante Stromtrasse in diesem Korridor über 28 Kilometer bis nach Rommerskirchen führen. FOTO: Bundesnetzagentur
Meerbusch. Am Montag begann in der Stadthalle Neuss die zweitägige Antragskonferenz für den Stromnetz-Ausbau zwischen Osterath und Rommerskirchen. Damit startet das Planungsverfahren, das den Verlauf der Leitungstrasse festlegen soll Von Susanne Niemöhlmann

Die Stromleitung von Osterath nach Rommerskirchen bildet den nördlichen Teil des insgesamt 340 Kilometer langen Vorhabens "Ultranet", eines Gemeinschaftsprojekts der Übertragungsnetzbetreiber Amprion und TransnetBW. Mit der Antragskonferenz, die heute in der Neusser Stadthalle fortgesetzt wird, eröffnet die Bundesnetzagentur die Bundesfachplanung und den förmlichen Beteiligungsprozess. Ziel ist es, einen 500 bis 1000 Meter breiten Korridor für den 28 Kilometer langen Abschnitt C festzulegen, in dem die Leitung später realisiert werden kann. Über den konkreten Verlauf der Leitung innerhalb dieser Grenzen wird erst im anschließenden Planfeststellungsverfahren entschieden.

2014: Bürger demonstrieren gegen Konverter in Dormagen FOTO: L. Hammer/cw-

Unter den Teilnehmern der Antragskonferenz: die Kaarster Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. Sie befürchtet, dass Amprion den umstrittenen Konverter gegen den Widerstand auch der Kaarster Politik auf der sogenannten Dreiecksfläche an der Stadtgrenze zu Meerbusch errichten könnte, wie sie auf Nachfrage unserer Redaktion sagte. Sie forderte darum ein "ergebnisoffenes Verfahren". Stefan Haines von der Bundesnetzagentur versicherte, dass es keine Vorfestlegung gebe.

Das trifft jedoch allenfalls auf die Behörde zu, die mit der Antragskonferenz die Bundesfachplanung und den förmlichen Beteiligungsprozess eröffnete. Denn Amprion hat sich voll und ganz auf das Terrain zwischen A 57, Bahnlinie und L 30 eingeschossen. Und die Fläche im vergangenen Jahr bereits erworben. Dabei sieht der Regionalplan hier bislang Kiesabbau beziehungsweise einen Grünzug vor. Eine "Hürde", von der Amprion offenbar glaubt, sie nehmen zu können. Beispielsweise mit einem Zielabweichungsverfahren. Das erfordert zwar eigentlich die Zustimmung der Stadt Kaarst - die nicht zu erwarten ist -, doch Bürgermeisterin Nienhaus kann nicht ausschließen, dass sich Amprion mit Hinweis auf das Allgemeinwohl und die Bedeutung der Energieversorgung darüber hinwegsetzen könnte.

2012: "Initiative gegen den Doppelkonverter" protestiert auf dem Kirchplatz FOTO: Ulli Dackweiler

Für die Kaarster Dreiecksfläche spricht aus Sicht von Amprion, dass der Abstand zur geschlossenen Wohnbebauung mehr als 1800 Meter betrage und eine Anbindung ans Schienennetz gegeben sei, um die Bau-Komponenten für die etwa 20 Meter hohen Hallen anzuliefern. Das trifft auf den Alternativ-Standort Gohr nicht zu, wie Amprion-Sprecherin Joëlle Bouillon erklärt.

Entschieden ist damit aber noch nichts. Dank der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit bestehe durchaus die Möglichkeit, die Planungen zu beeinflussen, so Olaf Peter Eul von der Bundesnetzagentur. Wie geht es weiter? Nach dem heutigen Ende der Antragskonferenz erhält Amprion ein "Hausaufgaben-Heft", wie Dirk Franke von der Bundesnetzagentur formuliert. In einigen Monaten geht es in die nächste Runde: Dann stehen weitere Erörterungstermine vor Ort an, bei denen jeder Betroffene eine weitere Gelegenheit erhalten soll, Einwände gegen das Vorhaben vorzubringen.

Flagge zeigen: Vor dem Tagungsort, der Neusser Stadthalle, sammelte die Bürgerinitiative "Kein Doppelkonverter in Kaarst und Neuss" Unterschriften. FOTO: L. Berns
Quelle: RP
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