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Meerbusch
Wie man sich richtig wehren kann

Meerbusch: Wie man sich richtig wehren kann
Übung 1: Der Angreifer hält beide Handgelenke fest. Um sich aus der Umklammerung zu befreien, beide Hände mit einer schwungvollen Bewegung nach innen drehen und einen Schritt nach vorne machen, Handflächen in der Drehung nach oben ziehen, die Faustrücken hauen auf die Schlüsselbeine. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Meerbusch. Viele Selbstverteidigungskurse sind seit Silvester ausgebucht. Gerade junge Frauen möchten lernen, wie man sich vor Angriffen schützen kann. Taekwondo-Trainer Hans-Jürgen Barbarino zeigt ein paar wichtige Techniken. Von Franziska Hein und Ulli Dackweiler (Fotos)

Selbstverteidigungskurse sind nichts Neues, und dass vor allem Mädchen und junge Frauen immer wieder Opfer sexualisierter Gewalt werden, ist traurige Realität. Doch seit den Übergriffen in der Silvesternacht häufen sich die Angebote für Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurse - auch in Meerbusch. Im katholischen Jugendzentrum Oase in Büderich bietet Taekwondo-Trainer Hans-Jürgen Barbarino schon seit Jahren Selbstverteidigungskurse an. Seit vergangener Woche läuft wieder ein Kursus. "Rund 20 Teilnehmer, vor allem junge Frauen, sind dabei", sagt Barbarino. "Es ist schon auffällig. So viele waren es noch nie." Unabhängig von der aktuellen Diskussion findet es Barbarino immer sinnvoll, ein paar Selbstverteidigungstechniken zu kennen.

Übung 2: Der Angreifer umklammert sein Opfer von hinten. Als erstes die Hand des Angreifers festhalten. Dann mit der freien anderen Hand den kleinen Finger des Angreifers fassen und über den Handrücken nach hinten überdehnen. Wichtig ist, dass man seinen Daumen als Hebel einsetzt. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Ein paar Grundsätze zählt er auf: "Eine gute Zeit auf 100 Meter ist die beste Verteidigung" - das heißt, bei der Verteidigung geht es erstmal darum, dem Angreifer zu entkommen. "Wenn man sich wehrt, muss man es auch durchziehen." Der Angreifer hat immer eine niedrigere Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden, als das Opfer. Wer sich wehrt, darf aber nicht wahllos Gewalt anwenden, auch für Notwehr gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Wenn also jemand mit einem Stock angreift, dürfe man nicht mit einer Pistole auf ihn schießen, erklärt Barbarino. Trotzdem muss man in der Selbstverteidigung versuchen, von der Defensive in die Offensive zu kommen.

Übung 3: Einen Angreifer von vorne abwehren. Das Knie hochreißen und in die Magengrube oder die Genitalien rammen, der Angreifer krümmt sich, dann mit Schwung den Arm in den Nacken schlagen. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Deswegen heißt der dritte Grundsatz: "Den Gegner überraschen." Der rechnet etwa nicht damit, dass sein potenzielles Opfer einen Schritt auf ihn zu macht (siehe Übung 1), oder seine Hand festhält statt sie abzuwehren (siehe Übung 2). Rechts zeigt Trainer Barbarino vier Tricks.

Übung 4: Um sich aus einem Würgegriff zu befreien, eine Drehung mit dem ganzen Oberkörper aus der Hüfte machen und dabei den Arm hochnehmen, als ob man mit der Hand zum Mond greifen würde. Das Achselgelenk bricht den Widerstand der würgenden Hände. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Quelle: RP
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