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Meerbusch
Wird das Rathaus bald zum Hotspot?

Meerbusch: Wird das Rathaus bald zum Hotspot?
Wird das Rathaus an der Dorfstraße in Büderich demnächst mit Freifunk-Routern ausgestattet? Wie unsere Zeitung erfuhr, spricht aus Sicht der Verwaltung nichts gegen eine Kooperation mit dem Verein Freifunk Rheinland. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Die Stadtverwaltung prüft, ob städtische Gebäude mit Freifunk-WLAN-Routern ausgerüstet werden können. So könnte es bald an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet frei verfügbaren Internetzugang geben Von Martin Röse

In der Stadt Meerbusch könnte es in naher Zukunft zahlreiche Gratis-Hotspots geben - Bereiche in der Stadt, in denen man mit Smartphone, Laptop oder Tabletcomputer Zugang zum Internet erhält. Der Hauptausschuss hat einstimmig die Verwaltung beauftragt zu prüfen, inwieweit die Aufstellung von Freifunk-Routern in und auf städtischen Gebäuden und den städtischen Töchtern möglich ist, um dadurch die Netzversorgung zu verbessern. "Der ungehinderte Zugang zum Internet ist heutzutage sehr wichtig", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Damblon zu dem Antrag der Fraktion Die Linke/Piratenpartei. "Der Antrag geht in die richtige Richtung." Bei den Sozialdemokraten hieß es: "Die Bürger warten drauf." Marc Janßen (Piratenpartei) erklärte: "Mit geringem technischen Aufwand und überschaubaren Kosten kann über den beantragten Weg ein freies WLAN in den Innenstadtbereichen der Stadt Meerbusch zur Verfügung gestellt werden."

Bereits in den vergangenen Wochen haben sich zahlreiche Geschäftsleute und Privatpersonen in Meerbusch entschieden, die gemeinnützige Freifunkinitiative zu unterstützen. "Freifunk" bietet die Möglichkeit, private und geschäftliche Internetzugänge durch spezielle Zugangsrouter, sicher für die eigenen Daten und unabhängig vom eigenen Netzwerk, für Dritte kostenfrei zu öffnen. Der Datenverkehr wird verschlüsselt und zur Infrastruktur des gemeinnützigen Vereins Freifunk Rheinland transportiert.

An 20 Stellen in Meerbusch - von Büderich über Strümp, Lank und Osterath bis Bösinghoven - gibt es nun bereits Bereiche, in denen das Freifunk-Gratis-WLAN zur Verfügung steht. Kämen städtische Gebäude hinzu, würde sich das gemeinsame Datennetz deutlich vergrößern. Nach Informationen unserer Zeitung hat eine Vorprüfung der Verwaltung bereits ergeben, dass nichts gegen eine Beteiligung spricht.

Meerbusch wäre nicht die erste Stadt, die mit dem Verein Freifunk Rheinland kooperiert. Besonders weit reicht die Kooperation in der Stadt Arnsberg, im Rhein-Kreis Neuss ist die Stadt Dormagen bereits Kooperationspartner. Aber auch die Stadt Neuss prüft zurzeit die Einrichtung von Freifunk-Routern in städtischen Gebäuden.

Das Problem bei offenen Internetzugängen ist die so genannte Störerhaftung. Werden beispielsweise illegal Musik- oder Filmdateien über das offene WLAN heruntergeladen, haftet der Anbieter des Netzes.

Der Verein Freifunk nutzt eine Ausnahme im Gesetz: Internetprovider selbst genießen den so genannten Providerstatus und haften nicht. Der Verein ist als Mitglied im Europäischen Internetproviderverbund Réseaux IP Européens (RIPE) selbst Provider und genießt daher das Providerprivileg.

Unklar ist noch, in wie vielen Gebäuden die Stadt die Freifunk-Router einrichtet. Nur auf Verwaltungsgebäuden? Oder auch in den Grund- und weiterführenden Schulen? In Kindergärten? Nicht zuletzt dürfte das auch eine Kostenfrage sein. Ein einzelner Router kostet rund 40 Euro, hinzu kommen pro Jahr Stromkosten von etwa drei Euro.

Dem gemeinnützigen Verein entstehen Infrastrukturkosten von rund sechs Euro pro Router und Jahr. "Hier gilt es zu prüfen, wie die Stadt den Verein unterstützen kann, damit dieser langfristig seinen Betrieb aufrechterhalten kann", heißt es in dem einstimmig verabschiedeten Antrag.

Quelle: RP
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