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Meerbusch
Wirtschaft im Kreis boomt

Meerbusch. Mehr als 140.000 Beschäftigte, sinkende Arbeitslosenzahlen und gute Prognosen: Die Wirtschaft im Kreis ist gut aufgestellt. Das liegt zu einem Teil auch an der guten Wirtschaftslage der Stadt Meerbusch. Von Andreas Buchbauer und Anke Kronemeyer

Der Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss geht es hervorragend, die Arbeitslosenquote ist seit 2004 kontinuierlich gesunken, mit 5,9 Prozent zum Stichtag 31. Dezember 2015 steht der Kreis am besten in der Region da - vor dem Kreis Mettmann (6,4 Prozent), dem Kreis Viersen (6,6) und dem Rhein-Erft Kreis (7,2). Derzeit liegt sie sogar bei 5,7 Prozent, es ist der beste Juli-Wert seit 2002. Zugleich ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Rhein-Kreis auf 140.060 gestiegen. "Ein Allzeithoch", sagt Kreisdirektor Dirk Brügge,als er jetzt die Jahresbilanz der Wirtschaftsförderung präsentierte. Es ist durchaus eine Erfolgsgeschichte, die der Kreisdirektor gestern vorstellt - zumal mit weiterem Wachstum bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gerechnet wird. "Insgesamt hat sich die Wirtschaft im Rhein-Kreis positiv entwickelt", betont Brügge.

Die detaillierten Zahlen aus Meerbusch ergänzt Wirtschaftsförderin Heike Reiß: "Eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent zum letzzen Jahresende und aktuell 4,7 Prozent ist auch für uns gut." Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in der Stadt gibt sie mit 13.146 an - "leider sind die Zahlen nicht ganz aktuell, sondern von Ende September 2014." Darum geht sie davon aus, dass es auch hier eine Steigerung gegeben hat. Meerbusch stellt mit der Zahl seiner Beschäftigen fast zehn Prozent der Kreiszahlen - und ist doch nur eine von acht Kommunen neben Neuss mit dreimal so viel Einwohnern. "Meerbusch hat sich zu einem echten Wirtschaftsstandort entwickelt", zitiert sie aus der Standortanalyse der IHK. Darin wurde bei der Zahl der Beschäftigten ein Plus von 27 Prozent im Zeitraum 2005 bis 2014 erzielt. In Meerbusch gibt es aktuell 4905 (Januar 2016: 4760) angemeldete Gewerbeunternehmen - dazu zählen Dienstleister wie Geschäfte ebenso wie große Arbeitgeber in den Gewerbegebieten. Einer der größten darunter ist Medtronic mit mehr als 500 Beschäftigenten. Dort werden Herzschrittmacher und andere medizinische Geräte hergestellt. Weitere große Arbeitgeber: Kyocera, Wendt, St. Mauritius Therapieklinik und die Stadt selber. Aber auch das Areal Böhler mit seiner unterschiedlichen Gewerbestruktur entwickelt sich zu einem Arbeitsplatz-Beschaffer. Dort sind rund 1000 Beschäftige in kleineren und größeren Firmen angestellt.

Kreisdirektor Brügge macht bei der Präsentation auch klar, dass zur Herausforderung der Zukunft einige Punkte gehören: die Fachkräftesicherung, Digitalisierung - also der Breitband-Ausbau für schnelles Internet sowie die Teilnahme am sogenannten DW-NRW-Hub Düsseldorf zum Anschieben digitaler Wirtschaftsthemen -, der Strukturwandel mit Blick auf die Leitentscheidung der Landesregierung zur Braunkohle sowie der Ausbau der Gründerszene. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sollen auch mehr Menschen, die derzeit Empfänger von SGB II-Leistungen (Hartz IV) sind, in Kooperation mit dem Jobcenter durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen für die Anforderungen der Wirtschaft fitgemacht werden. Zur Fachkräftesicherung ist zudem geplant, ein Kompetenzzentrum zu schaffen.

Eine große Rolle spielt auch, Schüler frühzeitig für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zu begeistern. In diesem Bereich ist der Kreis Neuss zum Beispiel mit dem Netzwerk "Zukunft durch Innovation" (zdi) tätig. 800 Schüler haben dabei im vergangenen Jahr in 60 Kursen ihre Leidenschaft für MINT-Berufe entdecken können.

Zudem wird an Hochschulen im Umland für den Wirtschaftsstandort geworben - und nicht nur dort. Wichtig ist auch, im Ausland präsent zu sein und Unternehmen, die Niederlassungen in Deutschland planen, zu locken. Kreiswirtschaftsförderer Robert Abts weist darauf hin, dass es 2015 insgesamt 15 sogenannte "Foreign Direct Investments" gab, die es an Rhein und Erft zog - elf Neuansiedlungen von Firmen und vier Erweiterungen.

Quelle: RP
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