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Wo die Meerbuscher Urlaub machen

Hier machen bekannte Meerbuscher Urlaub
Hier machen bekannte Meerbuscher Urlaub FOTO: roger gerhold
Meerbusch. Der Sommer in Meerbusch geht mit einer gewissen Trägheit einher, die nicht nur am schwülen Wetter liegt. Weniger Passanten auf den Straßen, viele geschlossene Geschäfte. Die Hälfte der Bewohner, so scheint es, macht Urlaub. Doch auch in der Heimat kann man es entspannt angehen lassen und die gemächliche Ruhe genießen. Wir haben bekannte Bürger der Stadt nach Reiseplänen, Ferienlektüre und Lieblingsplätzen im Freien gefragt.

Cyrus Heydarian, Direktor im "Breidenbacher Hof" in Düsseldorf, war mit seiner Frau Natalie und den beiden Kindern in Griechenland. "Sehr ruhig und idyllisch", erzählt er, "mal nicht im Hotel und zum Glück mit vielen Funklöchern. Ein Luxus, nicht rund um die Uhr erreichbar zu sein." Die Lektüre kam dennoch zu kurz: "Sie beschränkte sich fast nur auf meine Mails, das musste dann doch sein. Aber mir wurde vorgelesen, von meinem Sohn." Beide fanden Gefallen an "Top Secret", eine mehrbändige Reihe für Kinder. Die "Nacherholung" daheim füllt der Hotelier als Wahl-Meerbuscher mit Fahrradtouren entlang des Rheins, "da kann die ganze Familie mit. Anschließend noch ein Essen bei Anthony's oder Luca - einfach schön."

Sein Direktoren-Kollege Carsten Fritz aus dem Steigenberger Parkhotel an der Kö bevorzugt als Nahziel den Kaarster See. "Ein natürliches Gewässer in wundervollem Ambiente. Leider kein Geheimtipp mehr." Dort schmökerte er zuletzt in Michael Maiers Buch "Das Ende der Behaglichkeit", dem er viele Leser wünscht. In die Ferne zieht es den Neu-Osterather aber auch: "Mit meiner Frau und den zwei Kindern fliegen wir wie jedes Jahr nach Kuba zu meinen Schwiegereltern. Sehr wohltuend und mit sicherer Garantie für Sonne und gute Zigarren."

Keine Zeit zum Verreisen hat diesen Sommer Ina Mameghani. Erst kamen abwechselnd die Enkel zu Besuch, vier und elf Jahre alt. Und jetzt bereitet die Künstlerin ihre Ausstellung "Malerei" vor, die sie in der Lanker Atelier-Galerie Kraft zeigt. Am Freitag ist Vernissage, bis zum 21. August sind die farbenfrohen Bilder zu sehen. "Deshalb war ich oft in Lank und lernte den schönen Marktplatz lieben, wo ich gern auf einen Kaffee verweile. Keine Autos, lustige Leute." Trotz der Lanker Seitensprünge hält sie ihrem Büdericher Lieblingsplatz, dem Café Aroma, die Treue. Das sommerliche Lesen beschränkt sich auf den späten Abend. "Auf meinem Nachttisch liegen mehrere Bücher, meist über Kunst oder Biografien", erzählt Ina Mameghani. Begeistert ist sie von "Fanny Hensel, geb. Mendelssohn Bartholy".

Dass er keine langen Ferien machen kann, schmerzt Stefan Ewerbeck nicht so sehr. "Die Rheinauen in Meerbusch sind ein schöner Ausgleich und mein Favorit, dort stellt sich sofort ein Urlaubsgefühl ein", erzählt der Chefarzt des Rheinischen Rheumazentrums. "Ich werde überwiegend in der Klinik sein, gönne mir lediglich eine Woche an der Ostsee mit meiner Schwester aus den USA und meinem Bruder. Die Hohwachter Bucht ist meine Wahlheimat, ich verbringe dort jede freie Minute." Im Koffer hat er den Roman "Die Unglückseligen" von Thea Dorn: "Ein traumhaftes Buch über das Leben und den Tod."

Autorin Susanna Filbinger-Riggert genießt die kleinen Freuden: "Ich liebe es, am Morgen vom Büdericher Friedhof aus durch die Felder zu laufen, wo der Mais majestätisch meterhoch steht. Von einer Bank auf dem Damm sehe ich die riesigen Containerschiffe vorbeiziehen und tauche in die mitgebrachte Lektüre ein." Aus aktuellem Anlass sind es Bücher aus dem Nahen Osten, darunter "Ungläubiges Staunen" von Navid Kermani und "Ein weißes Land" von Sherko Fatah. Ihr zweiter Lieblingsplatz ist vor der Niederdonker Kapelle: "Besonders stimmungsvoll ist es, wenn sich das Kirchlein beim Festoktav Anfang September füllt. Über 30.000 Kerzen werden vor der Mutter-Gottes-Statue entzündet. Menschen reisen von weither an und laden ihre Sorgen und Nöte ab." Manchmal packt Susanna Filbinger-Riggert die Sehnsucht nach Einsamkeit: "Dann fahre ich ins Engadin. Im Val Fex bei Sils Maria hat meine Familie ein kleines Ferienhaus. Ich höre nur die Kuhglocken und das Rauschen des Baches und verstehe, warum die Gegend so viele Dichter, Denker und Musiker inspiriert hat."

Lutz Lienenkämper, Landtagsabgeordneter und Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, lebt in Meerbusch. Den Sommer verbringt er weitgehend zu Hause, arbeitet mit etwas reduziertem Pensum, so dass auch Zeit fürs Radfahren und Lesen, den Kontakt zu Freunden und zum Entspannen bleibt. Für fünf Tage geht es nach Kreta. Dort besucht er Freunde. Seine Urlaubslektüre? Neben leichten Romanen hat er sich vorgenommen, das Buch "Princeton 66" von Jörg Magenau zu lesen, einen Bericht über ein Gipfeltreffen deutscher Literaten in 1966. Am liebsten verbringt der Politiker seine Freizeit im Sommer "auf dem Fahrrad, der Terrasse und im Garten".

Oliver Keymis, Landtagsabgeordneter und Vizepräsident des Landtags NRW, ist in Meerbusch aufgewachsen und lebt hier. Den größten Teil der Ferienzeit verbringt er in Meerbusch. Die Politik hat Pause. Wenn er mit seiner Frau für zwei Wochen nach Fouesnant fahre, "entspanne ich vollkommen". Seine Urlaubslektüre? "Für mich gibt's im Urlaub leichte Lektüre, Bücher, die schon länger hier liegen und auf keinen Fall etwas Politisches. Den Lesern empfehle ich den neuen Bretagne-Krimi "Bretonische Flut" von Jean-Luc Bannalec. Die Handlung spielt zum großen Teil rund um Fouesnant." Sommerliche Momente genießt er am liebsten in den Rheinauen und überhaupt am Rhein.

Freifrau Michaela Heereman, Theologin, Publizistin, Beraterin des Päpstlichen Rates und sechsfache Mutter, hat bereits einen zweiwöchigen Segeltörn mit ihrem Mann auf dem Ijsselmeer verbracht und betreut danach als Katechetin mehrere Kinder- und Jugendcamps des Malteser-Ordens. Unter anderem kommen im August Kinder zwischen acht und 14 Jahren aus NRW und Bayern nach Ossum. Ihre Urlaubslektüre? "Ich vertiefe mich noch einmal in die Enzyklopädie Amoris laetita und freue mich auf Krimis, am liebsten von Donna Leon." Am liebsten genießt sie den Sommer in Ossum, rund um Haus Gripswald.

Lothar Beseler, Vorsitzender des Meerbuscher Kulturkreises und der Bürgerstiftung "Wir für Meerbusch", wird im September mit seiner Lebenspartnerin mit dem Meerbuscher Kulturkreis nach Danzig und zu den Masuren reisen. Außerdem geht es zu Verwandten nach Berlin und Heidelberg. Er liest gerade den Bestseller "Eine treue Frau" von Jane Gardam, hat außerdem als Reiselektüre das neue Buch von Jonas Jonasson "Mörders Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind" ausgewählt. Sein liebster Sommer-Platz? "Wir genießen unseren Rosengarten mit Springbrunnen und Glashaus, finden aber auch noch Zeit, zum Beispiel mit dem Rad zum Strandcafé am Campingplatz in Langst-Kierst zu fahren."

Heike Gabernig, Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Lank, fährt mit ihrem Mann Thomas für drei Wochen nach Südfrankreich in den kleinen Ort Bessan bei Beziers. Sie hat sich mit verschiedenen Thrillern eingedeckt, z.B. "Zeit zum Sterben" von Mark Billingham oder "Bretonische Flut" von Jean-Luc Bannalec. Den Sommer in Meerbusch verbringt sie gerne im Garten des Pfarrhauses mit Freunden. "In Lank zu leben bedeutet: nahe an der Natur mit Feld und Rhein. Das entschleunigt wunderbar."

Andrea Blaum, Vorsitzende der BUND Ortsgruppe Meerbusch, verbringt den Sommerurlaub auf der dänischen Nordseeinsel Fanø. Die Anreise erfolgt ganz entspannt mit Fahrrad und der DB bis Niebüll und dann mit der einspurigen Bummelbahn der Küste entlang bis Esbjerg. Ihre Urlaubslektüre ist umfangreich: "Ein Mann namens Ove" von Fredrik Backmann, von Julie Zeh "Unter Leuten", von Anthony Doerr "Alles Licht, was wir nicht sehen", von Nancy Grossmann "Draußen wartet die Welt", von William Kamkwamba "Der Junge, der den Wind einfing", von Andrea Paluch und Robert Habeck "Der Schrei der Hyänen". Ihr liebster Sommerplatz zuhause ist entweder auf der Terrasse im Garten oder beim Hundespaziergang auf den Feldern und den Rheinauen bei Rheinkilometer 751.

Ute Canaris, Presbyterin der evangelischen Gemeinde Büderich, ehemalige Kulturdezernentin von Bochum, bleibt im Sommer überwiegend in Meerbusch, fährt nur mit Freundinnen für eine Woche zu den gotischen Kathedralen in Amiens, Rouen, Chartres und Reims. Im September geht es dann für ein paar Wochen durch Nordgriechenland und den Peloponnes. Sie liest in diesem Sommer auf jeden Fall wieder einmal Jules Verne und seine "Reise um die Erde in 80 Tagen", weil sie sich auf die neue Spielzeit im Düsseldorfer Schauspielhaus unter dem neuen Intendanten freut und sich die Inszenierung im Herbst im Theaterzelt auf der Königsallee anschauen will. Am liebsten sitzt sie im Sommer auf der wunderschönen Piazza vor dem Café "Leib und Seele" an der Bethlehemkirche in Büderich und in dem Kräutergarten neben der Kirche.

Angelika Mielke-Westerlage, Bürgermeisterin der Stadt Meerbusch, erinnert sich noch gerne an die Mittelmeerkreuzfahrt aus dem Frühsommer. Jetzt ging es ins Allgäu nach Oberstdorf. Sie und ihr Mann würden vor allem die herrliche Bergkulisse und die gute Luft dort genießen. Die beiden haben sich zum fünften Mal in dasselbe Hotel am Kurpark einquartiert. "So kann der Urlaub mit der Ankunft beginnen." Auf dem Urlaubsprogramm: "Wandern, Fahrradfahren, ein bisschen Wellness, shoppen ohne Zeitdruck oder einfach nur die Seele baumeln lassen." Inspiriert durch den Besuch der Freunde aus Meerbuschs Partnerstadt Fouesnant will sie das Buch "Betronische Brandung" von Jean-Luc Bannalac lesen. Ansonsten liest sie am liebsten historische Romane und Krimis. Ihre aktuelle Literaturempfehlung ist Tom Rob Smith "Kolyma oder Kind 44".

ak/go/mgö/kir/sep

Quelle: RP
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