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Meerbusch
Zu Erinnerung an Hildegundis von Meer

Meerbusch: Zu Erinnerung an Hildegundis von Meer
Michael Regenbrecht (rechts) und sein Mitarbeiter Christoph Erhardt bereiten die große Ausstellung zum Klosterjubiläum vor. FOTO: Stadt MB
Meerbusch. Von der Gründungsurkunde bis zum Grabstein: Im Stadtarchiv laufen die Vorbereitungen für die große Ausstellung "850 Jahre Kloster Meer". Eröffnung ist am 28. August, die Präsentation bleibt danach vier Wochen zu sehen.

Stadtarchivar Michael Regenbrecht und sein Mitarbeiter Christoph Erhardt freuen sich schon auf den letzten Sonntag in diesem Monat: Denn dann, am 28. August, wird Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage um 12 Uhr im Alten Küsterhaus der Mauritius-Kirche in Büderich die Ausstellung "850 Jahre Kloster Meer: Ein geistig-kulturelles Zentrum der Region gestern und heute" eröffnen. Vier Wochen wird die Ausstellung an der Düsseldorfer Straße anschließend zu sehen sein. Bis dahin wartet allerdings noch viel Arbeit auf die Archiv-Mitarbeiter.

"Nach unserer großen Dokumentation zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs 2014 ist das unser größtes heimatgeschichtliches Projekt der letzten Jahre", so Michael Regenbrecht. Zugleich soll die Ausstellung ein weiterer Höhepunkt des Festjahres "850 Jahre Kloster Meer" sein.

Seit Wochen ist das Team des Stadtarchivs, unterstützt vom Geschichtsverein Meerbusch und dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege, mit den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Nach der Recherche-Phase läuft nun die praktische Arbeit, die "nutzerfreundliche" Aufbereitung des historischen Materials für die Ausstellungsbesucher. Das Problem: Dokumente und Urkunden aus der fast 650-jährigen Geschichte des 1166 gegründeten Klosters Meer gibt es in den Archiven der Region reichlich, grafisches Material aber fehlt - bis auf einige Gemälde - fast völlig. "Also mussten wir uns selber helfen", so Michael Regenbrecht. Der Stadtarchivar entwickelte die Vorlagen, Christoph Erhardt kümmert sich um eine ansprechende Gestaltung der Grafiken am PC. Auf mehr als 40 großen Bildplatten können die Besucher die Gründungsurkunde, Gebäudeansichten und historische Karten bestaunen. Auch zwei Modelle des Klosters und der zugehörigen Kapelle, die der Büdericher Friedhelm Kippels nach historischen Grundrissen und Zeichnungen rekonstruiert hat, werden zu sehen sein.

Die Ausstellung soll einen Bogen schlagen vom mittelalterlichen Lebensalltag der Prämonstratenserinnen über die Rolle des Klosters als Wirtschaftsfaktor in der Region bis hin zur historischen Figur der Gründerin Hildegunde. "Wir wollen vor allem auch zeigen, wie das Kloster mit seinem Grundbesitz und Höfen in allen Meerbuscher heutigen Stadtteilen präsent war und in die Region hinein gewirkt hat", so Regenbrecht. Das Kloster Meer, gegründet als Zuflucht für "Versorgungstöchter des niederrheinischen Adels", habe durch die Mitgift der Nonnen, aber auch durch Tausch und Kauf von Grund und Boden einen enormen Güterbesitz zusammengeführt. Auch Hildegunde selbst hatte erhebliche Ländereien aus dem väterlichen Erbe in die Klosterstiftung eingebracht. Das Ergebnis war, dass Meer im linksrheinischen mit zu den vermögendsten und begütertsten Klöstern mit hohem Ansehen zählte: "Kloster Meer war für alle Kartenmaler der damaligen Zeit ein bekannter Bezugspunkt. Während viele heutige Ortsnamen noch gar nicht auftauchen, fehlt es auf keiner Karte." Verzeichnisse über Lage und Kapitalwert der Ländereien hat das Stadtarchiv für die Ausstellung aufbereitet, auch die "Büdericher Buschordnung von 1568", die die Verwaltung des Büdericher Waldes regelte, wird erläutert. "Natürlich wirkt die Geschichte des Klosters Meer weit über das Jahr der Auflösung 1802 und den Verkauf an die Familie von der Leyen 1804 hinaus", erklärt Regenbrecht. Bekanntlich sei das Areal im Rheinbogen, dessen strategische Vorzüge als Wirtschafts- und Siedlungsort schon die Römer erkannten, bis heute nicht nur ein Schatz für die Forschung, sondern nach wie vor eine Herausforderung für die Wissenschaft. "Deshalb wird sich die Ausstellung auch mit der archäologischen Bedeutung des Klosters beschäftigen." Ausgrabungen aus den Schwesterngruften werden "lebensgroß" abgebildet, ein Grabstein soll die Blicke der Besucher auf sich ziehen. Verzichten wird Regenbrecht auf die Präsentation von Reliquien, etwa von der Klostergründerin Hildegunde. "Das würde dem Anspruch der Ausstellung nicht gerecht. Reliquien sind im Kirchenschrein pietätvoller aufgehoben."

Quelle: RP
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