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Kollision mit 50 Verletzten
Führte Verwechslung zu Zugunglück in Meerbusch?

Zugunglück in Meerbusch - der Tag nach dem Unfall
Zugunglück in Meerbusch - der Tag nach dem Unfall FOTO: dpa, rwe
Meerbusch. Das Zugunglück von Meerbusch-Osterath, bei dem 50 Menschen verletzt wurden, könnte einem Medienbericht zufolge auf eine Verwechslung zurückzuführen sein. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Das berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger". Demnach musste der Regional-Express 7 am vergangenen Dienstag auf Höhe des Stellwerks Weißenberg halten, weil ein Güterzug auf seiner Strecke vor dem Bahnhof Osterath stand. Dieser wiederum wartete, weil ein zweiter Güterzug gerade durch den Bahnhof fuhr. Als der Lokführer des RE7 beim Fahrdienstleiter nach dem Grund für sein Haltesignal fragte, soll sich dieser bei seinem Kollegen im Stellwerk in Osterath erkundigt haben. Dort soll er die Auskunft erhalten haben, dass der Abschnitt längst frei sei. Daraufhin habe der Weißenberger Fahrdienstleiter dem Lokführer per Fahrbefehl erlaubt, das Rotsignal zu ignorieren und auf Sicht weiterzufahren. Kurz danach kam es zu der Kollision.

Bei der Bundesstelle für Eisenbahnunfall-Untersuchungen will man diese Angaben nicht kommentieren. Einzelne Aspekte würden so aus dem Zusammenhang gerissen, heißt es. Erst wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, will die Bundesstelle Ergebnisse präsentieren.

Geklärt werden muss beispielsweise, ob der Fahrdienstleiter möglicherweise die Züge verwechselte oder eine technische Störung vorlag. Unter Umständen wurde der wartende Güterzug nicht auf dem Bildschirm des Fahrdienstleiters in Osterath angezeigt. Laut Bericht sollen die beiden Fahrdienstleiter auf beiden Stellwerken relativ wenig Berufserfahrung haben. Sie sollen als Quereinsteiger aus anderen meist technischen Berufen zur Deutschen Bahn gewechselt sein - ein wegen des Fachkräftemangels durchaus übliches Verfahren.

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Bei dem Zusammenstoß eines Personen- und eines Güterzuges bei Meerbusch-Osterath waren vor einer Woche 50 Menschen verletzt worden, neun davon schwer. Der Regionalzug war auf dem falschen Gleis gefahren, nachdem er das entsprechende Signal erhalten hatte.

(jis)
 
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