| 00.00 Uhr

Meerbusch
Zuwanderung erschwert Schulplanung

Meerbusch. Die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen stehen fest. Die Montessori-Gesamtschule hat deutlich weniger Anmeldungen. Große Unbekannte bleibt die Zuwanderung - die Stadt weiß nicht, wie viele Schüler zugewiesen werden. Von Sebastian Peters

518 Kinder verlassen insgesamt im Sommer dieses Jahres die vierten Klassen der Meerbuscher Grundschulen. Sie werden auf weiterführende Schulen wechseln. Anders als in früheren Jahren bleibt die Meerbuscher Schulverwaltung trotz dieser Zahlen im Ungewissen. "Wir haben keine verlässliche Schulentwicklungsplanung", sagt Frank Maatz, Meerbuschs Schuldezernent. Für Flüchtlinge, die die Landesnotunterkünfte verlassen und den Kommunen zugewiesen werden, bestehe je nach Alter Schulpflicht. "Wir wissen einfach noch nicht, wer kommt", sagt Maatz. Für den am Dienstag tagenden Schulausschuss, wo Maatz die neuen Anmeldezahlen der weiterführenden Schulen vorlegt, hat er also einen Hinweis in die Vorlage geschrieben: "Es muss berücksichtigt werden, dass aufgrund der aktuellen Zuwanderersituation keine verlässliche Schulentwicklungsplanung für die Folgejahre betrieben werden kann."

Die Schülerzahl in Meerbusch sinkt von 518 abgehenden Viertklässlern in 2016/2017 auf 458 in 2020/2021. Danach werden es laut Stadt noch einmal deutlich weniger Schüler sein.

Bis zum Abschluss des Anmeldeverfahrens am 11. März haben sich insgesamt 435 Schüler an den weiterführenden Schulen angemeldet, hiervon 22 aus Nachbarstädten und 22 Meerbuscher Schüler von auswärtigen Grundschulen. Die Aufnahmen an auswärtigen Schulen können erst nach Ende der dortigen Anmeldeverfahren und Rückmeldung dieser Schulen ausgewertet werden. Unbekannt ist noch, wie viele Meerbuscher Schüler in Schulen der Nachbarstädte gehen.

Auffällig: Aus den Zahlen, die dem Schulausschuss vorgelegt werden, ist ein deutlicher Rückgang der Anmeldezahlen an der Maria-Montessori-Gesamtschule erkennbar. 100 Schüler mussten dort in früheren Jahren abgelehnt werden, diesmal sind es nur rund 50. 168 Anmeldungen liegen für die Schule vor, deren Aufnahmekapazität bei 116 Schülern liegt. Ausschließlich Meerbuscher Schüler wurden hier aufgenommen. Schulleiter Klaus Heesen ist mit den Anmeldezahlen nicht unzufrieden. Er verweist auf sinkende Schülerzahlen in Meerbusch, die ein Grund für die rückgängigen Anmeldezahlen an seiner Schule seien. Die Stadt führt ein weiteres Argument ins Feld: "Wir hatten in diesem Jahr erstmals einen Anmeldetermin für alle Schulen, nicht einen vorgezogenen für die Gesamtschule", sagt Frank Maatz. Viele Eltern mussten sich also gleich entscheiden, ob sie Gesamtschule oder Gymnasium für ihr Kind auswählen. Von den 50 abgelehnten Schülern meldeten sich beim zusätzlichen Anmeldetermin insgesamt 18 Schüler an der Realschule Osterath, acht Schüler am Meerbusch-Gymnasium und neun Schüler am städtischen Mataré-Gymnasium an. Von den restlichen 15 Schülern liegt derzeit noch keine Anmeldung an Meerbuscher Schulen vor. "Es ist davon auszugehen, dass diese an einer auswärtigen Schule angemeldet wurden", teilt die Stadt mit.

Die beiden Gymnasien sind bei den Anmeldungen konstant. "Es gibt im Rhein-Kreis generell den Trend, dass die Eltern ihr Kind zum Abitur bringen wollen. Wir haben im Unterschied zu anderen Kommunen hohe Anmeldezahlen für die Gymnasien", sagt Frank Maatz. Am Mataré-Gymnasium werden 118 Schüler aufgenommen, davon sind fünf mit Förderbedarf. "Alle Schüler werden zieldifferent unterrichtet", teilt die Stadt mit. Es würden insgesamt vier Klassen eingerichtet, die maximal 120 Schüler aufnehmen können. Am städtischen Meerbusch-Gymnasium wurden zum ersten Anmeldetermin 131 Schüler angemeldet und nach dem zusätzlichen Anmeldetermin werden 138 Schüler aufgenommen. An der Schule wurde eine Seiteneinsteigerklasse für zugewanderte Schüler ohne Deutschkenntnisse eingerichtet. Insgesamt fünf Klassen werden eingerichtet, die maximal 150 Schüler aufnehmen können.

Auch die Realschule Osterath ist stabilisiert: 63 Schüler wurden angemeldet, drei Eingangsklassen werden gebildet. Es könnten aber weit mehr Schüler aufgenommen werden - laut Stadt sind 120 Schüler in vier Klassen möglich. Frank Maatz rechnet damit, dass hier noch Potenzial ist, um zugewanderte Schüler unterzubringen.

Der Abschluss des Anmeldeverfahrens inklusive der Bearbeitung aller Daten wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da auf die Rückläufer der auswärtigen Schulen gewartet werden muss. Im Anschluss daran wird kontrolliert, ob alle Meerbuscher Schüler an einer weiterführenden Schule angemeldet sind.

Nicht mehr im Anmeldeverfahren ist die Hauptschule in Osterath. Seit dem Beschluss der sukzessiven Auflösung werden hier keine Schüler mehr aufgenommen. Ende Juli 2016 schließt die Schule "Die verbleibende Klasse 10 wird ab Sommer in der Hauptschule Korschenbroich beschult", teilt die Stadtverwaltung mit.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Meerbusch: Zuwanderung erschwert Schulplanung


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.