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Meerbusch
Zwei Städte, ein Gewerbegebiet

Meerbusch: Zwei Städte, ein Gewerbegebiet
Michael Assenmacher vor dem Stadtplan von Meerbusch.
Meerbusch. 121 Hektar groß ist das Areal, das nördlich und südlich der A44 entstehen soll. Die beiden Städte Krefeld und Meerbusch sind sich einig, jetzt gehen die Pläne in die politischen Gremien. Bis zum Spatenstich aber dauert es noch Jahre Von Anke Kronemeyer

Für Michael Assenmacher, Technischer Beigeordneter der Stadt Meerbusch, ist der Weg klar: "Wir brauchen mehr Gewerbe, wir wollen Arbeitsplätze schaffen, wir brauchen das Geld." Darum bringt er jetzt auch die schon rund 15 Jahre alten Pläne eines gemeinsamen Gewerbegebietes für Krefeld und Meerbusch auf den Weg.

Meerbuschs Politiker diskutieren darüber im Planungsausschuss am 12. Februar sowie im Rat am 25. Februar - genauso wie die in Krefeld. Danach wird bei der Bezirksregierung der Antrag gestellt, auch das Krefelder Gebiet im Regionalplan zu verankern. Der wiederum wird Ende des Jahres verabschiedet. Also dauert es noch einige Zeit, bis der erste Spatenstich zu diesem sogenannten interkommunalen Gewerbegebiet erfolgt? "Vor 2020 wird das sicher nichts", vermutet Assenmacher. Denn auch wenn die Pläne auf Papier stehen, auch wenn sich die Städte einig sind und die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein mit im Boot sitzt, so ist doch noch kein Stück Land gekauft. Noch sind die Flächen diesseits und jenseits der Autobahn in privatem Besitz, werden landwirtschaftlich genutzt.

Die A44 teilt das zukünftige interkommunale Gewerbegebiet, das sich die Städte Krefeld und Meerbusch teilen wollen. Im nächsten Monat werden die Pläne den Politikern in beiden Städten vorgestellt. Mit dem Spatenstich wird nicht vor dem Jahr 2020 gerechnet. FOTO: Christoph Reichwein

Auf den 121 Hektar - etwa 45 auf Krefelder, etwa 75 auf Meerbuscher Gebiet - sollen zum Beispiel Büros entstehen. "Die Nähe zum Flughafen ist doch unser entscheidender Vermarktungsfaktor", so Assenmacher. Er stellt sich außerdem vor, dass sich kleinere Betriebe wie eine Schreinerei oder andere Handwerker dort ansiedeln, "die vielleicht aus dem Ortskern raus und sich vergrößern wollen." Krefeld versucht, eine Logistikfirma anzusiedeln. "Daran sind wir nicht interessiert", so der Beigeordnete. "Die brauchen viel Platz, beschäftigen aber wenig Mitarbeiter." Er setzt darauf, dass auf dem kompletten Areal auf jeden Fall mehr als 1000 Menschen Arbeit finden werden, vielleicht sogar doppelt so viel. "Es gibt unterschiedliche Varianten für Firmenansiedlungen." Aber: Je mehr Büros, desto mehr Menschen arbeiten dort. Assenmacher will zudem Industrieproduktionen und Technologie-Betriebe dort ansiedeln, kann sich aber auch Autozulieferer ("Die Automobilbranche boomt ja gerade") vorstellen. "Die Arbeitsplätze sollen hoch qualifiziert sein und zu Meerbusch passen." Und wer dort arbeite, lasse dann ja auch wiederum Geld in der direkten Umgebung. "Davon profitieren dann auch andere in der direkten Nähe." Für jeden Betrieb können theoretisch fünf bis zehn Hektar zur Verfügung gestellt werden - je nach Bedarf.

Wenn alle Pläne auf den Weg gebracht worden, alle Eigentumsverhältnisse geklärt sind, muss das Areal vermarktet werden. Dafür wollen Krefeld und Meerbusch eine gemeinsame Gesellschaft gründen - eine GmbH oder eine städtische Tochter zu gleichen Anteilen mit Aufsichtsrat, der ebenfalls paritätisch besetzt ist. Denn auch die Gewerbesteuern werden redlich geteilt - auch wenn der Flächenanteil von Meerbusch größer ist.

Assenmacher schielt bei dieser Vermarktung auch ein bisschen nach Mönchengladbach und Düsseldorf, Gespräche mit Maklern sind zum Teil bereits geführt worden. "Unsere Region ist die Drehscheibe Europas - und Meerbusch ist mittendrin."

Zu den Kosten für das interkommunale Gewerbegebiet kann der Beigeordnete zurzeit nichts sagen. Er weiß nur, dass noch einiges zu tun ist. "Für das Areal muss ja auch die Autobahn unter- oder überquert und es müssen Straßen gebaut werden." Das Gebiet soll über Krefeld angefahren werden, der Verkehr soll nicht durch den Ortskern von Osterath führen. Nur für Polizei und Feuerwehr gibt es direkte, kurze Wege ins Gelände rein.

Und wenn dann alles so weit ist, das Gewerbegebiet läuft und die Betriebe irgendwann Steuern abwerfen, "können wir davon das Hallenbad oder Schulen umbauen, haben auf jeden Fall mehr Einnahmen." Zurzeit nimmt die Stadt jährlich rund 30 Millionen Euro an Gewerbesteuern ein.

Quelle: RP
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