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Mettmann
22-Uhr-Schlusszeit für Außengastronomie nervt

Mettmann: 22-Uhr-Schlusszeit für Außengastronomie nervt
Ottorino Giancola vom "La Piazza" vertritt die Meinung: "In der heutigen Zeit gehen die Leute abends später raus. Da hat sich etwas die südländische Mentalität eingeprägt. Dem müssen wir uns stellen." FOTO: mna
Mettmann. Die geltenden Öffnungszeiten für die Außengastronomie führen bei Gastronomen und Gästen nur noch zu einem Kopfschütteln. Hermann Schroer, Gast im Braukeller: "Das ist wie in der Provinz." Von Klaus Müller

In der Oberstadt und in der Kreisstadt generell ist es derzeit das Thema schlechthin. Wenn sich die Mettmanner darauf freuen, an einem lauen Sommerabend mit Freunden in einer der Gaststätten und Cafés rund um den Markt und der Oberstraße draußen ein Bierchen trinken zu wollen oder etwas zu essen, müssen sie damit rechnen, dass sie um 22 Uhr aufgefordert werden, zu bezahlen oder in die Gaststätte hinein zu gehen.

"Das ist wie in der Provinz. Heutzutage ist 22 Uhr - gerade am Wochenende - keine Zeit, um die Außengastronomie zu schließen", sagt Hermann Schroer, der gern im Braukeller sein Bierchen trinkt. "Realistisch halte ich eine Öffnungszeit bis 23 Uhr. Das käme den Gästen entgegen." Wirt Roland Wirth sieht es ähnlich und würde ebenfalls 23 Uhr bevorzugen. "Im Gegensatz zu einigen Kollegen halte ich mich aber an die Schließungszeit 22 Uhr", sagt er süffisant. "Mich wundert es schon, dass die Ordnungsbehörde die Einhaltung der Öffnungszeiten kaum kontrolliert. Da ist kein gleicher Wettbewerb zwischen der Gastronomie gewährleistet."

Anders sieht es Ottorino Giancola vom "La Piazza", vormals "Alt Heidelberg" auf dem historischen Marktplatz. "In der heutigen Zeit gehen die Leute abends später raus. Da hat sich etwas die südländische Mentalität eingeprägt. Dem müssen wir uns stellen. Wenn wir um 22 Uhr die Außengastronomie schließen müssen, haben die Gäste wenig Verständnis dafür." Da würde so mancher Besucher sagen, dass er in Zukunft lieber direkt nach Düsseldorf oder in andere Städte des Kreises fährt, um einen schönen Sommerabend im Biergarten zu genießen.

Was Ottorino Giancola und seine Wirtskollegen in der Oberstadt besonders ärgert, ist, dass das Thema Einhaltung der Öffnungszeiten in der Außengastronomie aufgrund einer Privatfehde des Inhabers des Irish-Pubs "Dingle's" mit einer unmittelbaren Anwohnerin auf dem Markt hochstilisiert wurde. "Da müssen wir jetzt alle drunter leiden und Umsatzrückgänge hinnehmen." Er empfiehlt, dass sich die beiden Streithähne zusammensetzen und eine einvernehmliche Lösung suchen. "Ich werde das Gespräch suchen und hoffe auf eine Einigung ", erklärt dazu "Dingle's Wirt Peter Ratajcak.

Zugleich macht er deutlich, dass damit das Problem Öffnungszeiten nicht gelöst sei. "Wir brauchen eine durch den Rat der Stadt Mettmann offiziell verabschiedete verlängerte Öffnungszeit in der Außengastronomie. Ich habe keine Lust darauf, auf die gute oder schlechte Laune der Anwohner des Marktes angewiesen zu sein, ob ich meine Gäste nach 22 Uhr draußen bedienen kann oder nicht."

Tanja Schmitz, Inhaberin des "Cafes am Markt", hält die Schlusszeit von 22 Uhr ebenfalls für nicht zeitgemäß. "Die Gäste haben heutzutage ein ganz anderes Ausgehverhalten." Sie macht deutlich, dass sie ihre Gäste nicht um 22 Uhr wegschickt, sondern eine gewisse Flexibilität walten lasse. "Da denke ich als Gastronomin auch an meinen Umsatz", gibt sie offen zu.

Auch Marisa Rossi vom Restaurant "Locanda San Lamberto" hat für die Öffnungszeit 22 Uhr wenig Verständnis. "Das ist doch weltfremd. Meine Gäste verhalten sich auf der Außenterrasse ruhig und belästigen keine Anwohner. Warum soll ich sie um 22 Uhr nach Hause schicken?

Quelle: RP
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