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Mettmann
44 Jahre im Traumberuf gearbeitet

Mettmann. Erzieherin Barbara Patten war in der Kindertagesstätte Heilige Familie tätig und wird verabschiedet. Von Rabea Gruber

"Ich wollte immer schon Erzieherin werden", sagt Barbara Patten. "Mir war früh klar, dass mein Beruf unbedingt mit Kindern zu tun haben sollte." Ihren Wunsch hat sie sich erfüllen können: Das ganze Berufsleben widmete Patten den Kindern in Metzkausen. Nach nunmehr 44 Jahren in der Kindertagesstätte Heilige Familie verabschiedet sie sich jetzt in den Ruhestand. Und wie es der Zufall will, fällt ihr Abschied mit dem 50-jährigen Bestehen der Kita zusammen. Die große Feier am Sonntag widmen ihre Kolleginnen, die Kinder und Eltern daher nicht nur dem Jubiläum der Kita, sondern auch dem Dank an ihre dienstälteste Erzieherin.

Viele Kinder hat Patten in den vergangenen Jahrzehnten aufwachsen sehen. "Eine Zahl könnte ich da überhaupt nicht nennen", meint sie. Zwei Metzkausener Generationen hat sie auf den Start in die Grundschule vorbereitet. "Viele der ehemaligen Kindergartenkinder sind zunächst weggezogen und wiedergekommen, um hier ihre eigenen Familien zu gründen." Spannend sei es, nun die Kinder ihrer früheren Schützlinge zu betreuen. Das Berufsbild und die Anforderungen an ihre Person hätten sich im Lauf der Jahre stark gewandelt. "Früher waren Kindergärten familienergänzend", so Patten. Die Betreuungszeiten seien kürzer gewesen, viele Kinder bereits zur Mittagszeit nach Hause gegangen. "Heute übernehmen wir viel mehr Erziehungsaufgaben." Die meisten Kinder bleiben bis 14.30 Uhr in der Kita, manche sogar bis 16.30 Uhr. Zudem werden die Kindergartenkinder immer jünger. Die Kita Heilige Familie nimmt Kleinkinder ab zwei Jahren auf. "Insgesamt verbringen die Kinder viel mehr Zeit im Kindergarten als früher", berichtet Patten. Daher müsse eine Kita heute auch anderes leisten als noch vor 40 Jahren.

Der Schwerpunkt in "ihrer" Kita liegt dabei nach wie vor auf der christlichen Erziehung. Sie selbst, so berichtet die Erzieherin, lege außerdem großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Eltern. Mehr als 20 Jahre lang hat sie als Leiterin der Einrichtung dafür gesorgt, dass die Wünsche und Ideen der Eltern miteinbezogen werden. Vor drei Jahren gab sie die Leitung an Elke Völz ab, die gleichzeitig die Kita St. Thomas Morus leitet. "Die Kitas St. Lambertus, St. Thomas Morus und Heilige Familie sind mittlerweile als katholisches Familienzentrum zusammengefasst", erklärt Patten. Der Verbund ermöglicht unter anderem die Finanzierung einer Musikpädagogin, die die Kita einmal in der Woche besucht. Es sei schön zu sehen, wie diese die Kinder spielerisch fürs Singen begeistere. "Das finde ich sehr wichtig."

Neben ihrer Arbeit als Erzieherin engagiert sich Patten auch in der Gemeinde. "Ich war lange im Pfarrgemeinderat aktiv und bin oft als Betreuerin mit auf die Sommerfahrten gefahren." In den letzten Jahren habe das nachgelassen. "Man wird ja auch nicht jünger." Dennoch haben die Jugendlichen sie in diesem Jahr wieder gebeten, mitzukommen. "Da konnte ich dann doch nicht nein sagen, und demnächst habe ich ja auch viel Zeit." Ein bisschen wehmütig wird sie schon, wenn sie sich bewusstmacht, dass sie die Betreuung "ihrer" Kinder bald aus der Hand geben muss. Die Kita sei ihre große Familie, sagt die Mutter einer erwachsenen Tochter. Auf der anderen Seite freue sie sich auch auf die freie Zeit, vor allem auf den bevorstehenden Sommer. Den will sie nach Möglichkeit an der frischen Luft verbringen und sich ihren Pflanzen widmen. "Vielleicht wäre auch Floristin ein Beruf für mich gewesen. Blumen bereiten mir viel Freude." Ihre Entscheidung für die Kita hat sie jedoch nie bereut.

Quelle: RP
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