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Mettmann
850 KHG-Schüler zeigen vollen Einsatz

Mettmann. An zwei Tagen hatten sich die Gymnasiasten mit den unterschiedlichsten Themen auseinandergesetzt. Von Christiane Bours

Wie im Taubenschlag ging es kurz vor Schuljahresende im Konrad-Heresbach-Gymnasium (KHG) zu. Dort wurde auf einmal italienisch und japanisch gesprochen, Schüler sausten auf virtueller Schnitzeljagd durchs Schulgebäude, es wurde getrommelt, getanzt und Theater gespielt. Dazu zog der Duft von frischgebackenen Waffeln durch die Räume, schließlich kamen viele Eltern zu Besuch, um zu sehen, mit was ihre Kinder sich an den beiden Tagen zuvor die Zeit vertrieben haben.

Zum ersten Mal überhaupt fanden am KHG Projekttage statt, Anlass war das 111-jährige Bestehen des Gymnasiums. Die 850 Schüler verteilten sich dabei auf 33 Projekte, ganz nach persönlichem Interesse. "Dabei sind ganz gemischte Gruppen herausgekommen, vom Fünftklässler bis zur Oberstufe waren alle Altersgruppen in den einzelnen Projektgruppen vertreten", freute sich Schulleiter Rudolf Kirschner. "An den beiden Tagen hat eine ganz tolle Atmosphäre an der Schule geherrscht." Daran beteiligt waren auch Eltern, die zum Gelingen ihr Wissen beitrugen.

So entdeckten die Schüler unter anderem, wie man aus Buchstaben und mit gezielten Bewegungen aus einem normalen Text eine wunderschöne Kalligraphie machen kann. Die Mathefreaks der Schule dachten sich knifflige Knobelspiele aus, andere schickten ihre Mitschüler per Geocaching auf Schnitzeljagd übers Schulgelände.

Apropos Schulgelände: Natürlich durfte die Schulgeschichte des KHG bei diesen Projekttagen nicht fehlen, in 111 Jahren ist schließlich eine Menge passiert. Gegründet wurde die Schule im Jahre 1857 als Privatschule der evangelischen Kirchengemeinde. Im Laufe der Jahrzehnte wuchs die Schule weiter und überstand auch die Wirren des ersten Weltkriegs und der Weimarer Republik. Nach Jahren des Provisoriums zog die Schule im Jahre 1926 in das alte preußische Lehrerseminar, das heutige Rathaus. Parallel zur höheren Jungenschule existierte in Mettmann eine höhere Mädchenschule, die 1932 in das aus der Jungenschule neu geschaffene Gymnasium eingegliedert wurde. 1935 wurde erstmals ein Abiturzeugnis vergeben.

In einer anderen Gruppe ging es um die Geschichte des jüdischen Friedhofs, der sich am Ortsausgang von Mettmann auf der Wülfrather Straße befindet. Von 1831 bis 1932 wurden hier Menschen beerdigt.

Doch auch mit aktuellen Dingen beschäftigten sich die Schüler. Sie hatten Preise für eine Tombola zusammengesucht und verkauften in der Pausenhalle frische Waffeln. Der Erlös geht an Opam, eine Hilfsorganisation, die beim Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben in Nepal hilft. Über eine Millionen Kinder sind von der Katastrophe betroffen, "da wollten wir etwas tun und helfen", waren sich Laura, Katharina und Tim einig.

Quelle: RP
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