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Mettmann
Als Einsatzleiter immer auf Zack

Mettmann: Als Einsatzleiter immer auf Zack
Polizeidirektor Dieter Dersch (M.) war fast 42 Jahre Polizeibeamter. Er wurde von Landrat Thomas Hendele und vom Leitenden Polizeidirektor Ulrich Koch (l.) gestern in den Ruhestand verabschiedet. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Polizeidirektor Dieter Dersch ist in den Ruhestand verabschiedet worden. Er war Leiter der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz. Unter den Gästen war auch der japanische Generalkonsul Shimazaki. Von Christoph Zacharias

Als sich die Gäste zu seiner Verabschiedung von den Stühlen erhoben und ihm stehend Beifall zollten, musste Dieter Dersch doch ein bisschen schlucken. Der Polizeidirektor der Kreispolizeibehörde Mettmann wurde gestern von Landrat Thomas Hendele an seinem 62. Geburtstag in den Ruhestand verabschiedet. Zuvor hatte Hendele an die beiden tödlich verunglückten Polizeibeamten auf der A 44 erinnert und zu einer Schweigeminute aufgerufen.

Viele Kollegen waren gestern ins Foyer der Kreispolizeibehörde gekommen, um ihren "Chef" zu verabschieden. Behördenleiter Hendele wies besonders auf die Verdienste von Dieter Dersch als Einsatzleiter hin. "Charakteristisch, schon fast legendär, war seine persönliche Abrufbereitschaft und Erreichbarkeit zu jeder Tages- und Nachtzeit." Freizeit habe Dersch nicht wirklich gekannt. Selbst im Urlaub war er jederzeit und überall über sein dienstliches I-Phone zu erreichen.

Es sei immer der Anspruch von Dieter Dersch gewesen, Lagen auch selbst zu führen. "Dabei war er ein Polizeiführer erster Güte - ich habe ihn als einen blitzgescheiten, souveränen, verlässlichen und besonnenen Einsatzleiter erlebt", sagte Hendele. Besonders zu erwähnen seien die Einsätze anlässlich der Fußball WM im Jahre 2006, des Orkans Kyrill 2007 und der Chemieunfälle in Wülfrath. "Ich konnte mich zu jeder Zeit und in jeder Lage auf Sie verlassen". Dies sei für einen Behördenleiter der - siehe aktuelle Beispiele aus Köln - wenn es schief gehe, den Kopf hinzuhalten, eine große Beruhigung. Der Landrat wies in seiner Rede auch auf die guten Kontakte hin, die Dieter Dersch zu den Feuerwehren und zu den anderen Hilfsorganisationen im Kreis gehabt hatte. Und: Die etablierte, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Moscheevereinen sei auf die Initiative von Dersch hin erwachsen. Und wie war er als Chef? Von seinem Team in der Führungsstelle wurde der Essener respekt- und ein wenig liebevoll nur als "der Direktor" bezeichnet. Probleme, auch Notlagen, seiner Mitarbeiter habe er sich mit großem persönlichem Engagement angenommen. Dersch, so Hendele weiter, habe nicht nur versucht, mit Rat zu helfen, sondern auch mit Tat. Der Leitende Polizeidirektor Ulrich Koch dankte Dersch für seine loyale Zusammenarbeit. Er sei ein hervorragender Schlagmann gewesen und habe sich stets vor seine Leute gestellt.

Dersch wird auch weiterhin aktiv sein: Und zwar als Dozent (seit 1991) an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Dort wird er sein Fachgebiet "Einsatzlehre" unterrichten.

Dieter Dersch gab den Dank und die Anerkennung der Vorredner an seine Kollegen weiter. Und: Nicht zuletzt seine Familie habe ihn immer unterstützt und viel Verständnis für seine Arbeit aufgebracht.

Quelle: RP
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