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Mettmann
Als es in der Goldberger Mühle spukte

Mettmann: Als es in der Goldberger Mühle spukte
Die Goldberger Mühle einst. FOTO: Fotoarchiv Lefringhausen
Mettmann. Die Geschichte vom Müller, der angeblich seine verstorbene Mutter gesehen hatte. Von Sabine Maguire

Ob er nun verrückt war oder einfach nur Dinge sehen konnte, die unsereins nicht zu Gesicht bekommt? Wir wissen es nicht. Jedenfalls hat einer der Müller, die ehemals in der Goldberger Mühle zu Werke gingen, offenbar mittelprächtige Berühmtheit erlangt. Und das nur, weil ihn ein unbestimmtes Gefühl umgetrieben haben soll. Bei Frauen sind derartige Anwandlungen bekanntlich nichts Ungewöhnliches. Aber nun war es ein Mann, den das Bauchgefühl nicht los ließ, dass in der Goldberger Mühle jemand auf ihn warte. Immer dann, wenn ihn diese Ahnung im Keller oder auf dem Dachboden überkam, ließ er alles stehen und liegen, um nachzuschauen. Und siehe da: Meist wartete tatsächlich jemand, um Korn abzuliefern oder sein Mehl abzuholen.

Das allein wäre noch nichts Spektakuläres - wäre es nicht plötzlich irgendwann auch noch ein Geist gewesen, den der Müller angeblich auf frischer Tat ertappt haben soll. Erst war es wieder nur diese Ahnung, die ihn an der Eingangstür nachschauen ließ. Eine alte Frau habe dort auf den Säcken gesessen. In ortsüblicher Tracht - und mit wohlvertrauten, mütterlichen Gesichtszügen. Nun könnte man meinen, irgendwann sehe jeder Mann in einer Frau eben seine Mutter. Und Sigmund Freud hätte dafür bestimmt auch eine psychoanalytische Erklärung parat. Beim Mettmanner Müller jedoch wäre er damit wohl nicht allzu weit gekommen. Denn der war sich ganz sicher, dass der Geist seiner Mutter gekommen sei, um ihn in die jenseitige Welt abzuholen.

In der sicheren Gewissheit darum, dass sein letztes Stündlein geschlagen haben dürfte und er bald schon das Zeitliche segnen werde, ordnete er noch schnell die Dinge des Lebens. Das sprichwörtliche Haus wurde bestellt und die Mühle übernahm der Sohn. Der Müller selbst schaffte es mit seiner Geschichte in die Sagensammlung des Heimatforschers Otto Schell und hinterlässt damit die Erkenntnis: Auch Männer haben jenseits aller Vernunft auch schon mal Ahnungen!

Quelle: RP
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