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Mettmann
Alte Restmüllsacke werden noch bis Juli 2015 von der Stadt abgeholt

Mettmann: Alte Restmüllsacke werden noch bis Juli 2015 von der Stadt abgeholt
Der Müllsack wird durch die Mülltonne ersetzt. Es gibt aber Ausnahmen und Übergangsfristen. FOTO: Stadt
Mettmann. Die Verwaltung reagiert auf den Protest von Bürgern und verlängert die Auslaufzeit der Müllsäcke. Für Ein-Personen-Haushalte gibt es eine preiswertere Lösung in der Abfallsatzung. Von Christoph Zacharias

Der Bauausschuss hat die neue Abfallsatzung der Stadt Mettmann angenommen. Sie wurde notwendig, da ab 1. Januar der Restmüllsack durch die Mülltonne ersetzt wird. Allerdings gab es in der Sitzung noch Anträge zu Änderungen der Satzung, die angenommen wurden. So dürfen vorhandene Restmüllsäcke noch bis zum 30. Juni 2015 benutzt werden. Ursprünglich sah die Regelung als Stichtag den 30. April 2015 vor.

Wie Fachbereichsleiter Reinhold Salewski mitteilte, gibt es für 1-Personen-Haushalte eine Verbesserung. Sie konnten früher - falls sie Eigenkompostierung des Mülls betrieben und eine Biotonne hatten - lediglich zehn Müllsäcke für ein Jahr ordern und mussten dafür 55 Euro zahlen. Nach der neuen Satzung muss dieser Personenkreis eine 40-Liter-Mülltonne benutzen und dafür 95 Euro im Jahr zahlen. Also höhere Müllgebühren von 40 Euro. "Um eine gerechte Lösung zu finden, haben wir vorgeschlagen, die 40-Liter--Tonne nur alle vier Wochen statt vierzehntägig zu leeren und die Müllgebühren von 95 Euro zu halbieren", sagte Salewski. Also 47,50 Euro im Jahr. Rund 700 Haushalte seien von dieser Regelung in Mettmann betroffen. In diesem Zusammenhang empfiehlt die Stadt, mit Nachbarn "Entsorgungsgemeinschaften" zu bilden. Das heißt: Zwei Ein-Personen-Haushalte nutzen eine 40-Liter-Tonne.

In begründeten Ausnahmefällen, wenn die Nutzung einer Restmülltonne nachweislich technisch nicht möglich ist, kann auf schriftlichen Antrag des Grundstückseigentümers die Verwendung von Restmüllsäcken zugelassen werden. "Das ist aber die absolute Ausnahme", sagt Salewski. Zunächst werde in diesen Fällen dem Hauseigentümer empfohlen, auf eine Papiertonne - falls er sie besitzt - zu verzichten, und so Platz für die Restmülltonne zu schaffen. Salweski geht davon aus, dass nur sehr wenige Hauseigentümer einen solchen "Restmüllsack-Antrag" stellen werden.

Es gibt mehrere Gründe für die Umstellung auf Mülltonnen: Die Belastungen für die Müllwerker, die täglich mehrere Hundert Säcke in die Mulde einwerfen müssen, ist zu hoch. "Besonders die Dreh- und Wurfbewegungen schädigen die Wirbelsäule und die Handgelenke", sagt Angelika Dünnwald, Leiterin des Bauhofs. "Bandscheibenvorfälle und Hexenschüsse kommen bei den Müllwerkern häufig vor. Teilweise mussten wir Arbeiter umsetzen oder sie schieden aus dem Berufsleben aus", sagt Dünnwald.

Hinzu kommt, dass die befüllten Müllsäcke im Laufe der Jahre immer schwerer geworden sind. "Die Bürger trennen im Gegensatz zu früher den Müll. Plastik und Bioabfall landet in den entsprechenden Säcken beziehungsweise Tonnen", so Salewski. Im Restmüllsack befindet sich dann nur noch schwerer Restmüll, der zusammen gedrückt ist. Teilweise seien die Müllsäcke bis zu 21 Kilogramm schwer, zulässig sind maximal 15 Kilo.

Müllwerker beklagen sich zudem über Schnittverletzungen. Oft befinden sich Glasstücke im Restmüllsack.

Quelle: RP
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