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Altes Amtsgericht: Im Mai Sanierung beendet

Mettmann: Altes Amtsgericht: Im Mai Sanierung beendet
Es sieht recht wüst rund ums Alte Amtsgericht an der Gartenstraße aus. Bis zum Ende der Sanierung wartet noch viel Arbeit. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Der Eigentümer hat nach eigenen Angaben die Aufträge an die Handwerker vergeben. Er hatte ursprünglich vor, die Arbeiten im Herbst 2014 abzuschließen. Von Christoph Zacharias

Die Sanierungsarbeiten am und im Alten Amtsgericht sollen weiter gehen, sagte gestern der Eigentümer auf Nachfrage. Er geht davon aus, dass die Arbeiten bis Mai abgeschlossen sein werden. "Wir haben fast überall die neuen Fenster eingesetzt." Der Eindruck, dass sich auf der Baustelle Altes Amtsgericht nichts tut, täusche, sagte der Eigentümer und Bauherr bereits im August 2014. Er teilte damals mit, dass Türen und Fenster in einer auswärtigen Werkstatt angefertigt und für den Einbau vorbereitet würden. Richtig ist, dass die alten Fenster durch neue ersetzt worden sind, aber nicht alle. Auch Installateure und Trockenausbauer seien auf der Baustelle gewesen. Stimmt! Auch hier kann man durch die Eingangstüre sehen, dass im Innern des Gebäudes gearbeitet wurde. Demnächst werde die Fassade auf Vordermann gebracht, dann würden die Maler und Fußbodenarbeiten folgen.

Der Eigentümer rechnete ursprünglich damit, dass die Sanierungs- und Umbauarbeiten im Herbst 2014 abgeschlossen seien. Doch daraus ist nichts geworden. Zur Erinnerung: Im Frühjahr 2014 rückten Arbeiter an und begannen mit der Sanierung des Gebäudes. Wände wurden versetzt oder eingerissen, neue Stromleitungen verlegt.

Zur Vorgeschichte: Am 1.10.1879 nahm das Amtsgericht als preußisches Gericht seine Arbeit in den Räumen des alten Rathauses in der Oberstraße 9 auf. Das historische Amtsgerichtsgebäude in der Gartenstraße 5, das unter Denkmalschutz steht, wurde am 15. August 1900 bezogen. Die Baukosten beliefen sich damals auf 137 000 Mark.

Seit 2007 stand das Gebäude leer. Der Zahn der Zeit nagte an dem über 100 Jahre alten Haus. Die Fassade bröckelte. Das Land NRW hatte große Mühe, einen Käufer für das Gebäude zu finden. Jahrzehntelang hatte es kein Geld locker gemacht, um das unter Denkmalschutz stehende Haus zu sanieren. Die Auflagen des Denkmalschutzes und die hohen Sanierungskosten schreckten Käufer ab. Zwischenzeitlich wollte das Evangelische Krankenhaus dort eine Kurzzeitpflege etablieren. Doch nach einer Besichtigung mit Bauexperten verschwand der Plan in der Schublade.

Schließlich fand sich doch noch ein Käufer: Ein Mann aus Köln kaufte das Amtsgericht im Oktober 2011. Ein Jahr später erteilte die Stadt die Genehmigung für den Um- und Ausbau. Rund 1,4 Millionen Euro will der neue Eigentümer in das Denkmal investieren, um zehn Mietwohnungen zu schaffen. Der Bauantrag wurde von der Stadt positiv beschieden.

Das Gebäude muss dafür kernsaniert werden: neue Fenster und Heizung, neue Elektroinstallationen, Decken und Böden. Die Fassade, so die Auflage, muss erhalten bleiben. Der alte Verhandlungssaal sollte in eine Studiowohnung umgebaut werden. Die Wohnungen sollen zwischen 50 und 140 Quadratmeter groß sein. Der ehemalige Gerichtssaal und die Zellen im Keller sollen laut Denkmalschutz erhalten bleiben.

Eigentlich wollte der Investor im Mai 2013 mit dem Umbau loslegen. Doch es passierte lange nichts. Es gab noch Verhandlungen über den Denkmalschutz.

Quelle: RP
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