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Erkrath
Angst größer als Gefahr

Düsseldorf. Bei einer Diskussionsrunde im Lokschuppen erfuhren die 100 Besucher, dass Hochdahl der sicherste Stadtteil ist. Die Statistik der Polizei belegt: In Erkrath gibt es vergleichsweise wenig Kriminalität. Von Manfred Müschenig

Wenn es um das Thema Innere Sicherheit geht, liegen subjektives Empfinden bei der Bevölkerung und objektive Daten aus der Statistik weit auseinander. Dies erfuhren die knapp 100 Besucher der Informations- und Diskussionsrunde, zu der der Bürgerverein Hochdahl in den Lokschuppen eingeladen hatte. Seit etwa eineinhalb Jahren beschäftigt sich der Bürgerverein unter Federführung von Helmut Schillians intensiv mit dem Thema.

Damals hatten einige Handtaschenraubtaten, bei denen vor allem ältere Bewohner des Rosenhofes geschädigt wurden, die Bevölkerung aufgeschreckt, erinnerte Schillings. Der Täter von damals sei aber längst gefasst und verurteilt, berichtete dann Landrat Thomas Hendele als oberster Chef der Kreispolizeibehörde. Die Angst in der Bevölkerung ist aber immer noch da, hat eine Studie ergeben, für die Studenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Ende 2008 recherchierten.

Kreisweit 129 Raubdelikte

Dass sie indes weitgehend unbegründet ist, unterstrich Polizeidirektor Dieter Dersch mit einigen aktuellen Zahlen. So hatte der Kreis Mettmann 2008 die beste Kriminalitätshäufigkeitsziffer (die Zahl aller Straftaten, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner). Und Erkrath schnitt sogar noch besser als der Kreisdurchschnitt ab. Die Straßenkriminalität war im Kreisgebiet 2008 um 7,4 Prozent zurückgegangen, in Erkrath hingegen sogar um 12,4 Prozent, berichtete Dersch. Raubdelikte wurden 2008 kreisweit 129 registriert, davon 15 in Erkrath und nur eins am Hochdahler Markt.

Auch die Gefahr, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, sei statistisch gesehen anderswo wesentlich größer. "Sie leben hier sehr, sehr sicher. Hochdahl ist sogar der sicherste Stadtteil von Erkrath", hob Dieter Dersch hervor. Dies bestätigte wenig später eine Bewohnerin, die vor 40 Jahren von Düsseldorf in die Willbeck gezogen ist. Wenn sie mal abends spät zu ihrer Wohnung zurückkehrt, seien die Straßen in dem Viertel zwar meist menschenleer und einsam, aber sie habe sich hier noch nie unsicher gefühlt.

Dennoch, Polizei und Stadtverwaltung sind mit diversen Vorhaben bemüht, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung noch weiter zu verbessern. Hendele erinnerte daran, dass die örtliche Polizeiwache seit der Umstrukturierung der Kreispolizeibehörde im Jahre 2007 häufig von einer mobilen Einsatztruppe unterstützt wird. Dadurch sei die Präsenz der Polizei erheblich gestärkt worden.

Bürgermeister Arno Werner verwies auf die Videoüberwachung an den S-Bahn-Haltepunkten, die auf Kosten der Stadt installiert wurde. Zurzeit werden die Wände der Unterführungen am Hochdahler Markt frisch gestrichen, neue Lampen werden installiert, sollen schon in wenigen Tagen dort für mehr Licht in der Dunkelheit sorgen. Außerdem sei noch dieses Jahr die Einstellung von drei Ordnungskräften vorgesehen, die vor allem in den Abendstunden Dienst tun sollen.

Quelle: RP
 
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