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Mettmann
Anlieger-Stress in Metzkausen bleibt

Mettmann. Die Verkehrsstörungen dauern an. Anwohner verstehen nicht, warum die Polizei mal Knöllchen verteilt und mal nicht. Von Christoph Zacharias

Die angespannte Verkehrssituation in Metzkausen und die damit verbundenen Polizeikontrollen haben dazu geführt, dass es mittlerweile unter den Bewohnern des Ortsteils zu Auseinandersetzungen gekommen ist. Der Grund: Anwohner müssen durch Anwohnerstraßen fahren, um zu ihrer Wohnung zu kommen.

Der Eindruck einiger Metzkausener: Die Polizei ist überfordert, herauszufinden, welcher Anwohner wo wohnt oder besser durch welche Straße er fahren darf und durch welche nicht. Es werden Knöllchen verteilt, die die Betroffenen als ungerecht empfinden. Beispiel: An einem Nachmittag bemerkten Anwohner massiven Durchgangsverkehr aus Richtung Kantstraße durch die Gottfried-Keller-Straße, die in beiden Richtungen durch Verkehrszeichen (Verbot der Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art) mit Zusatz "Anlieger frei" beschildert ist. Gegen 17.30 Uhr kam eine Motorradstreife und sprach einige Fahrer an. Diese berichten von massivem Stau auf der L 239 sowie der Ratinger Straße in Richtung Peckhauser Straße. Alles sei dicht. Auf der Gottfried-Keller-Straße hatte sich ein Rückstau gebildet. Daraufhin, so Dorothea Weber aus Metzkausen, fuhr der Polizist los, um sich selbst von der Situation zu überzeugen.

Weber: "Er sagte, bei dieser Verkehrssituation müsse man heute die Durchfahrt durch diese gesperrte Straße dulden, denn die Fahrer seien durch die Wartezeiten im Stau erheblich gestresst. Es gäbe nur Ärger, wenn er die Fahrer nun anhalte und Strafe kassiere. Er schaute sich die Situation noch einen Moment an und fuhr dann."

Gegen 17.50 Uhr sei ein Polizeiwagen mit Polizisten gekommen, die sofort die Fahrer angehalten hätten und gebührenpflichtige Verwarnungen aussprachen.

Dorothea Weber: "Wie kann es sein, dass diese Situation am gleichen Tag nur kurzzeitig später von anderen Polizisten so unterschiedlich angegangen wird?"

Im Wohngebiet unterhalb der Stintenberger-Straße seien alle westlich nach unten abgehenden Straßen und Wege durch Verkehrszeichen 260 mit Zusatz "Anlieger frei" beschildert, so auch Raabestraße und Grillparzerstraße. Hier befinden sich auch noch Abzweigungen zum Grimmweg, Andersenweg, Emanuel-Geibel-Weg, Ernst-Moritz-Arndt-Straße, Karl-May-Weg, Wielandstraße und Thomas-Mann-Straße. Diese genannten Straßen seien, so Weber, nur über die Grillparzerstraße beziehungsweise Raabestraße und Gottfried-Keller-Straße zu erreichen. Daher seien die Anwohner davon ausgegangen, dass es sich hier um eine "Anwohnerzone" handelt.

Es sei nun vorgekommen, dass Anwohner dieser Wege an der Gottfried-Keller-Straße angehalten wurden und ihnen nach Ausweiskontrolle freie Weiterfahrt als Anlieger diese Gebietes gewährt wurde. Anderen wurden an anderen Tagen bei anderen Polizisten ein Verwarngeld auferlegt, da sie nicht als Anwohner galten. Weber fragt: Wie sollen Anwohner der genannten Wege und Straßen ihr Ziel erreichen, ohne jeden Tag für sie eigentlich verbotene Durchfahrten sowohl aus Richtung Stintenberger Straße als auch Gottfried-Keller-Straße zu riskieren?

"Wir verstehen die Anwohner der Goffried-Keller-Straße, die eigentlich nur den Durchgangsverkehr ablehnen, der im weiteren Verlauf jedoch auch die Wielandstraße, Grillparzerstraße, Raabestraße und Stintenbergerstraße belastet. Die Zufahrt zu den Straßen und Wegen im Wohngebiet Stintenberg war immer problemlos. So soll es auch bleiben", sagt Weber.

Kontrollen sind nur schwer möglich. Ein Konflikt zwischen Anlieger- und Durchgangsverkehr.

Quelle: RP
 
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