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Mettmann
Artenschutz bremst Neubaugebiet

Mettmann: Artenschutz bremst Neubaugebiet
Auf dieser Fläche sollen 60 Häuser gebaut werden. FOTO: Achim Blazy
Mettmann. Der berühmt berüchtigte Feldhamster wurde nicht gesichtet, doch Fledermäuse, Frösche, Kröten und Haselmäuse schon. Ein Gutachter hat im Auftrag der Firma Paeschke eine Expertise über Fauna und Flora im geplanten Neubaugebiet an der Metzkausener Straße erarbeitet. Von Christoph Zacharias

Der Grund: Findige Juristen hatten bei der Offenlegung des Bebauungsplans dieses fehlende Gutachten moniert und eine Nachbesserung gefordert. Das liegt nun vor. Es müssen Ausgleichsflächen angelegt, Landschafts- und Tierschutz beachtet werden. Das Gutachten, dass aus Gründen der Brutzeit nur zu bestimmten Monaten erstellt werden konnte, hat den Zeitplan ins Wanken gebacht. Im November geht die Planung erneut in den Ausschuss. Klaus Schuster, Prokurist der Firma Paeschke, geht davon aus, dass im Juni 2018 der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Dann folgen Ausschreibung und Erschließung. "Mit dem Hochbau wollen wir im vierten Quartal 2018 beginnen, im ersten Quartal 2020 sollen die ersten Bewohner in das Neubaugebiet ziehen; wenn alles klappt. Gernot Paeschke, Bauträger aus Langenfeld, hatte die Fläche erworben. Dort sollen 60 Häuser (Doppelhäuser, Reihenhäuser und freistehende Häuser) gebaut werden. "Es gibt bereits heute viele Interessenten, die dort wohnen möchten", sagt Klaus Schuster.

Seit 2014 ist das Neubaugebiet ein Thema. Es gab und gibt Befürchtungen, dass sich die Verkehrssituation in Metzkausen durch das Neubaugebiet weiter verschärft. Der Plan, das Areal von der L 239 zu erschließen, ist aber vom Tisch. Zum einen bestehe ein zu großer Höhenunterschied (zehn Meter) zwischen Landstraße und Planungsgebiet, der teuer überbrückt werden müsste und zum anderen würde eine weitere Kreuzung den Verkehrsfluss auf der l 239 stören, sagt der Landesbetrieb Straßenbau. Die Idee, das Neubaugebiet für die Straße Am Hoshof zu erschließen, ist ebenfalls verworfen worden.

Paeschke hat sich früh einen eigenen Zugang zum Gelände erkauft. Bei einem öffentlichen Versteigerungstermin erwarb er für rund 500.000 Euro das Haus an der Metzkausener Straße 6. Er will es abreißen und an seine Stelle einen Zuweg zum Neubaugebiet anlegen. Der Bürgerverein Metzkausen war vor zwei Jahren auf die Barrikaden gegangen und hatte unter anderem eine Veränderung der Verkehrsführung in Metzkausen gefordert. So eine Änderung der Ampelschaltung an der Kreuzung B 7/Düsseldorfer Straße /L 239 und eine Sperrung der Ratinger Landstraße ab Kreisverkehr - außer für Anlieger. Übrigens gab's auch den Wunsch, an der Engstelle am Hassel eine Ampel zu installieren. Die gibt es nun seit der Baustelle. Fazit: Eine Verkehrsuntersuchung, so die Verwaltung, habe ergeben, dass das Fahrzeugaufkommen durch das Neubaugebiet um maximal fünf Prozent steigen würde, so dass die Erschließung über die Ratinger Straße völlig ausreiche. Paeschke musste in Vorleistung treten und in einem Baulandbeschluss die Kosten für die Infrastruktur, Erschließung und Spielplätze übernehmen. Auch die Ausgleichsflächen gehören dazu. Schließlich zahlt Paeschke nach einem bestimmten Schlüssel anteilig die Kosten für Kita- und Grundschulplätze, die sich aus der Ansiedlung im Neubaugebiet ergeben. Schuster würde gerne Mettmanner Handwerker beim Bau der Häuser mit ins Boot holen. Doch es sei schwierig, überhaupt welche zu bekommen. Wer Interesse habe, solle sich bei der Firma Paeschke melden.

Quelle: RP
 
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