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Mettmann
Asyl: Stadt Mettmann steckt in der Klemme

Mettmann. Seit Januar gibt es keine neuen Flüchtlinge: Wird der Benninghof als Unterkunft noch benötigt? Von Christoph Zacharias

Die Zahl der Flüchtlinge ist in Mettmann von 520 im Januar auf 446 im April gesunken. Seit Januar hat es überhaupt keine neuen Zuweisungen gegeben, sagte Sozialamtsleiter Marco Sucic gestern. Allerdings seien Familienangehörige und Folgeantragssteller nachgezogen. Hierbei handele sich um etwa 15 bis 20 Menschen.

"Wir mussten allerdings auch 20 bis 30 Menschen abschieben", sagte Sucic. Sie kamen vorwiegend aus sogenannten sicheren Herkunftsländern, konkret vom Balkan. Von den derzeitigen 446 Flüchtlingen stammen 190 aus Balkanstaaten. Ob die Stadt an ihrem ursprünglichen Plan festhält, Teile des Benninghofes als Flüchtlingsunterkunft anzumieten, sei noch offen. Vor drei Wochen habe es eine Begehung mit dem Denkmalschutz, der Hochbauabteilung und einem freien Architekten gegeben. Ein Ergebnis dieses Rundganges und den damit notwendigen Investitionen stehe noch aus.

Im Februar hatte es ein Gespräch zwischen Stadtverwaltung und Hephata in Sachen Flüchtlingsunterkunft auf dem Benninghof gegeben. Die Bereitschaft sei da, das Hauptgebäude des Benninghofes als Wohnstätte für Flüchtlingen zu vermieten. Für den 14. April ist ein zweiter Gesprächstermin terminiert und im Mai könnte der Mietvertrag unterschrieben werden. Doch ob es überhaupt zu einem Vertragsabschluss kommt, ist offener denn zuvor. "Wir wissen nicht, ob, wann und wie viele Flüchtlinge in diesem Jahr kommen", sagte Sucic.

Fachbereichsleiterin Ute Piegeler will deshalb mit der Hephata eine Mietoption vereinbaren, um im Fall der Fälle schnell handeln zu können. "Wir profitieren derzeit noch von einer ausgesetzten Zuweisungsquote von 100 Personen. Erst wenn die Kapazitäten der Unterkünfte in den Großstädten erschöpft sind, kommen wir wieder an die Reihe", erklärt sie das Verfahren. Durch die Neubelegung eines Bürogebäudes an der Seibelstraße verfügt die Stadt Mettmann derzeit noch über 30 bis 50 freie Wohnplätze an der Kleber- und Talstraße.

www.rp-online.de/mettmann

Quelle: RP
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