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Kreis Mettmann
Auf dem Sprung zu neuen Ufern

Kreis Mettmann: Auf dem Sprung zu neuen Ufern
Das internationale Ensemble des Stücks "Papas Kriege" gab gestern eine Kostprobe seines Könnens. FOTO: stephan köhlen
Kreis Mettmann. Wenn die Neanderland-Biennale am Freitag, 23. Juni, eröffnet wird, dann können sich die Wülfrather auf etwas ganz Besonderes freuen: Der Marktplatz verwandelt sich in eine festlich gedeckte Tafel. Von Oliver Wiegand

"Wir planen ein großes Picknick, Essen und Getränke müssen die Zuschauer mitbringen", sagt Katja Lillih Leinenweber Regisseurin und künstlerische Leiterin der Biennale. "Unterhaltung zum Lachen, Staunen und Genießen", verspricht die Theatermacherin, die in den vergangenen Wochen eine ganze Menge um die Ohren hat.

Theaterfans können sich aber nicht nur in Wülfrath auf spannende Abende freuen. Vom 23. Juni bis 23. Juli werden die zehn Städte des Kreises Mettmann erneut zur Bühne für spannendes und sehr überraschendes Theater. An fünf Wochenenden wird den Gästen in zehn Städten und mit 20 Aufführungen ein buntes und vielfältiges Programm mit Ensembles aus Deutschland, Polen und Frankreich geboten. Gespielt wird auf den Straßen und Marktplätzen, in Parks und Sälen oder auf Schulhöfen.

"Ich freue mich jetzt schon, das wird sehr interessant und spannend", sagte Landrat Thomas Hendele. Denn es sind nicht nur Produktionen eingekauft, sondern auch eigenständige Stücke entwickelt und geprobt worden. Im Programm sind fünf Uraufführungen, das heißt eigens für die Neanderland-Biennale produzierte Stücke. Das Motto lautet in diesem Jahr "Neue Ufer" und da sind die Themen ebenso vielfältig wie die Darstellungsformen. Es wird Figurentheater geben, aber auch Spazierlesungen und Musiktheater. Dazu kommen ein elektronisches Lesekonzert und Performances, die komplett ohne Worte auskommen. Immer fest eingebunden ist auch die Amateurtheaterszene im Kreis Mettmann.

Im Vergleich zur vergangenen Biennale vor zwei Jahren hat sich die Zahl der Aufführungen verdoppelt. Das Programmheft liegt jetzt aus, kann aber auch auf der Internet-Seite (siehe Info-Kasten) heruntergeladen werden. "Alle Inszenierungen, die mit mehrsprachigen Ensembles erarbeitet wurden, sind so erzählt, dass das Publikum keine Fremdsprache verstehen muss, um dem Stück folgen zu können", sagt Katja Lillih Leinenweber. Geld kostet das Zuschauen bei den Straßentheateraufführungen nicht, jeder kann geben, was er übrig hat. Eine kleine Kostprobe aus den Arbeiten in den Proben gab bei der gestrigen Vorstellung des Programms das Ensemble des Stücks "Papas Kriege". Drei Schauspieler, drei eigene Charaktere aus drei Nationen oder drei Brüder aus der Familie Europa: Matthias Kuchta (Deutschland), Laurent Varin (Frankreich) und Zbyszek Moskal (Polen) - so unterschiedlich sie auch sind, so sehr sind sie doch durch die Geschichte Europas verbunden. Bei den Proben herrscht ein großer Sprachwirrwarr, es wird übersetzt, aber nicht alles verstanden.

Schauspieler Zbyszek Moskal nimmt das mit Humor. "Neulich habe ich erst nach dem Aufwachen verstanden, was der Regisseur abends gesagt hat. "

Quelle: RP
 
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