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Mettmann
Aule spenden Geld für neuen Anstrich

Mettmann: Aule spenden Geld für neuen Anstrich
Die Aulen Mettmanner spendeten für den Neuanstrich des Tores . Die 2. Vorsitzende Anita Schäfer und Pfarrer Ernst Schmidt sind mit dem Ergebnis zufrieden. FOTO: DJ
Mettmann. Das Rokoko-Tor vor der Evangelischen Kirche Freiheitstraße ist für die nächsten Jahre im Bestand gesichert. Von Christoph Zacharias

Die Mitglieder der Heimatvereinigung "Aule Mettmanner" haben Geld locker gemacht und 1500 Euro für das Rokoko-Tor an der Evangelischen Kirche Freiheitstraße gespendet. Mit dem Geld wurde ein neuer Schutzanstrich für das schmiedeiserne Tor finanziert. "Damit ist das Tor für fünf bis sieben Jahre gesichert", sagte gestern Pfarrer Ernst Schmidt, der sich für die Spende bedankte. Mittelfristig muss das Tor aber aufwändig saniert werden. "Die Restaurierung des schmiedeeisernen Rokoko-Portals ist sehr aufwendig und wird Kosten in einem sechsstelligen Bereich erzeugen. Dieses Geld haben wir zurzeit nicht", sagte Schmidt. "In einigen Jahren werden wir Geld ansparen und zu Spenden und Sponsoring aufrufen, um dann die umfangreiche Restaurierung zu ermöglichen."

Die Geschichte des Rokoko-Tores ist spannend. Es ist das Meisterwerk eines Elberfelder Kunstschmiedes aus dem Jahr 1791, im Stil des späten Rokoko. Kurz vor dem Stadtbrand 1687 in Elberfeld hatte Johannes Wülfing an der Ecke Hofkamp-Morianstraße ein ansehnliches Haus gebaut. Sein Enkel Johann Jakob Wülfing war es, der 1791 das Prunktor anfertigen ließ, und zwar das Tor selbst für 800 Reichstaler und die beiden eingefassten Pfeiler für 400 Reichstaler. Als mehrfacher Millionär konnte er sich das leisten. Als er 1801 starb, erbte sein junger Sohn Joh. Friedrich das große Vermögen und beschloss, das Vaterhaus durch den großartigen Empirebau zu ersetzen. Zu diesem Neubau schien ihm das schöne Rokoko-Tor nicht zu passen und er stellte es erst einmal an die Seite.

Und jetzt kommt Mettmann ins Spiel. Offenbar war das alte Tor aus Holz an der Kirche Freiheitstraße schadhaft und die Gemeinde beschloss kein neues hölzernes Tor, sondern ein Tor aus Eisen zu kaufen. Doch es fehlte an Geld. Pfarrer Küpper erinnerte sich an das alte Prunktor, das in Elberfeld stand und eigentlich ausrangiert war. Joh. Abraham Küpper stammte aus Elberfeld. Er wurde 1801 nach Mettmann an die 1780 erbaute evangelische Kirche berufen.

Die Gemeinde beauftragte ihn, zu Joh. Friedrich Wülfing zu fahren und ihm 100 Reichstaler für das Tor zu bieten. Eigentlich ein Spottpreis. Aber Wülfing erklärte sich bereit, die beiden steinernen Pfeiler der Mettmanner Gemeinde zu schenken und für das Tor den niedrigen Preis von einem halben Schilling für jedes Pfund Eisen zu verlangen. Der Kaufpreis betrug somit exakt 110 Reichstaler und 37,5 Stüber.

Im Juli 1806 erfolgte der beschwerliche Transport der Pfeiler und des Tores nach Mettmann, wozu zehn Gemeindeglieder kostenfrei ihre Pferde zur Verfügung stellten. In Mettmann existierte im Zusammenhang mit dem Tor eine Sage: Das Tor soll vom Schloss Hellenbruch am Mettmanner Bach unweit der Stadt stammen, als einziger Überrest des Schlosses.

Wie diese Sage in Mettmann entstehen konnte, ist unerklärlich. Schloss (besser Haus) Hellenbruch war in adligem Besitz bis 1770. Dann wurde es völlig niedergerissen. Heute steht dort das Altenheim Neandertal.

Quelle: RP
 
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