| 13.12 Uhr

Wülfrath
Aus fürs Medizin-Zentrum

Düsseldorf. Die Mitarbeiter der Kliniken St. Antonius wurden gestern über die Schließung unterrichtet. Geschäftsführer Kaufmann beklagt fehlende Unterstützung aus Wülfrath bei der schwierigen Aufbauarbeit. Von Jochen Delphendahl

Das Gesundheitszentrum im ehemaligen Krankenhaus wird Ende April geschlossen. Michael Kaufmann, Geschäftsführer der Kliniken St. Antonius, verwies auf Anfrage gestern darauf, dass die Entscheidung vom Aufsichtsrat getroffen werde, der in der nächsten Woche tage. Das Aus für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) sei "aktueller Planungsstand". Verwaltungsdirektor Wolfgang Peetz unterrichtete darüber gestern die in Wülfrath beschäftigten Mitarbeiter von St. Antonius – drei Krankenschwestern, drei Arzthelferinnen und zwei Ärzte.

Ende mit Schrecken

"Schade, schade, schade. Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", kommentierte Kaufmann das Aus für das MVZ, in dem seit April 2008 sieben Fachärzte arbeiten und für das weitere niedergelassene Ärzte gewonnen werden sollten. Letzteres sei wegen der Honorar-Reform und des Streits darum sicherlich nicht leichter geworden. Kaufmann ließ allerdings durchblicken, dass Sachzwänge nicht entscheidend für die Schließung seien. St. Antonius habe für den Aufbau des Gesundheitszentrums in Wülfrath keine Unterstützung erhalten.

Dem Widerstand in Wülfrath niedergelassener Ärzte gegen das Gesundheitszentrum sei von Seiten der Stadt nicht mit einem klaren Bekenntnis zum MVZ entgegengetreten worden. Dass von Seiten der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) immer mal wieder über den Bau eines Ärztehauses im Dienstleistungszentrum geredet worden sei, habe bei Ärzten, die sich fürs MVZ interessierten, zu Verunsicherung geführt.

Endgültig lief das Fass offensichtlich beim letzten Gespräch zwischen Vertretern von Stadt, Kirche und St. Antonius bei Geschäftsführer Kaufmann über. Statt einer Einigung, die der Freien aktiven Schule die notwendige Sicherheit für den Umbau des Bettentrakts des Krankenhauses und den baldigen Einzug gegeben hätte, wurde weiter ergebnislos gestritten. Der gegenseitige Vorwurf lautet, der anderen Seite gehe es nur ums Geld.

Den Schuh zieht sich St. Antonius aber nicht an. Für den vom Land gewünschten Bettenabbau stehe den Kliniken St. Antonius eine Härteausgleich zu, sagte Peetz. Neben den Belastungen für Personalabfindungen, Gebäudeunterhaltung sowie die Pensionszahlungen an ehemalige leitende Ärzte beziehungsweise deren Witwen führt er vor allem die Übernahme der 120 Mitarbeiter des Krankenhauses Herminghausstift an. Betriebsbedingte Kündigungen habe es keine gegeben, dafür aber Personalüberhänge in Krankenhäusern, die St. Antonius unter anderem in Wuppertal betreibt, in denen die Kräfte aus Wülfrath neue Arbeit fanden. "Das kostet Geld", betont Geschäftsführer Michael Kaufmann. Zum Ausgleich sei im Konsens mit der Mitarbeitervertretung der Verzicht auf Weihnachtsgeld vereinbart worden, zunächst auf Teile davon, 2008 gab es gar nichts. Dies sei der Preis dafür, dass niemand entlassen werde. Dahinter stehe der Solidaritätsgedanke einer christlichen Einrichtung.

Wenn der Vorschlag von St. Antonius angenommen worden wäre, hätte die Freie aktive Schule keine Miete zahlen müssen, sagte Peetz. Die Schule hätte einen jährlichen Erbbaupachtzins von 25 000 Euro an die Herminghaus gGmbH zu zahlen.

Quelle: RP
 
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