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Kreis Mettmann
Bauern verkaufen Früchte frisch vom Feld

Kreis Mettmann: Bauern verkaufen Früchte frisch vom Feld
Robert Bossman setzt auf Fruchtwechsel. Die Rüben aus dem Vorjahr haben den Boden für Sommerweizen bereitet. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Kreis Mettmann. Der lange Winter verzögert die Ernte von heimischem Spargel und auch der Erdbeeren. Von Heike Schoog

Mit heimischem Spargel dürfte es zu Ostern schlecht aussehen. "Es ist noch zu kalt", sagt der Monheimer Landwirt Robert Bossmann. Seit er das Feld an der B 8 - dort entstehen auf 45.000 Quadratmetern ein Seniorenheim, Wohnungen und Geschäfte - nicht mehr bewirtschaftet, dauert es sogar noch etwas länger, bis der erste Spargel aus dem Boden kommt. "Das Gelände an der B 8 war sandhaltiger. Der schwere Baumberger Boden bleibt länger kalt", erklärt er die Gesetze der Natur.

Auf etwa fünf Hektar Land zieht er in Baumberg jetzt noch Spargel. "Ich vermute, dass wir Mitte bis Ende April stechen können." Er schätzt, dass er in diesem Jahr etwa 25.000 Kilogramm Spargel ernten wird, darunter auch grünen. Wo er den Spargel anbieten wird, weiß er noch nicht. "In bin auf der Suche nach neuen Feldern und auf der Suche nach einem Standort in Langenfeld, an dem ich den Spargel schälen und verkaufen kann." Findet er ihn nicht bis zum Saisonbeginn, wird er den Spargel vermutlich auf dem Neuverser Hof in Baumberg anbieten. "Dann müssen die Kunden weiter fahren."

Mit Erdbeeren ist etwa zwei Wochen nach dem Spargel zu rechnen. "Ich denke, ab Mai können wir ernten", sagt Bossmann. Zunächst wird er die Folienhäuser abernten, später kommen die Freiland-Erdbeeren dran. Die leckerste Sorte ist aus seiner Sicht "Lambada". "Sie schmeckt köstlich, ist allerdings sehr empfindlich." Die optisch schönste Sorte sei "Rumba". Am frühesten reif sei die "Flair". Die könnte eventuell schon Ende April in den Verkauf gehen. "Das hängt vom Wetter ab." Auch wenn er einen Teil seiner Flächen für die Bebauungspläne der Stadt Monheim abgeben müsse, werde es auch weiter Erdbeeren aus heimischem Anbau geben. 15 Hektar Fläche blieben 2016 noch. In diesem Jahr will Bossmann testen, wie Erdbeeren mit biologischen statt chemischen Pflanzenschutzmitteln gedeihen. "Ich versuche ohnehin, mit so wenig Zusätzen wie möglich auszukommen." Deshalb sei es einen Versuch wert, der ihn auch Richtung Bio-Zertifizierung bringen könnte.

Zum ersten Mal bringt der Monheimer Landwirt einen Teil seiner Rüben zu einer Biogasanlage. "Diese Rüben haben überwintert und werden gerade von der so genannten ,Lademaus' eingesammelt und dann nach Viersen transportiert, wo sie zu Strom und Wärme werden. Der Rest kommt als Dünger wieder auf die Felder." Das sei nachhaltiges Wirtschaften, sagt Bossmann. Grund für diese neue Nutzung sind die vorgegebenen Kontingente. 2015 durfte der Landwirt 2000 Tonnen Rüben ernten und an die Zuckerfabrik verkaufen. Was darüber lag, hat er in der Erde gelassen und nun zur Biogasanlage gebracht - 1000 Tonnen.

Auf möglichst chemiefreie Produkte aus der Region will auch Markus Busch, Chef der gleichnamigen Bäckerei-Kette, setzen. Er hat bei Bossmann Sommerweizen in Auftrag gegeben, der bald zur Aussaat kommt - auf der leergeräumten Rübenfläche. "Wir wollen versuchen, mehr regionale Produkte zu verarbeiten", sagt Busch. Gespräche mit einer Mühle habe es gegeben, so dass sichergestellt ist, dass die Monheimer Halme nur mit anderen aus der Region gemahlen werden - in Gelsenkirchen.

Quelle: RP
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