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Mettmann
Bei Regen rollen die Kugeln drinnen

Mettmann: Bei Regen rollen die Kugeln drinnen
Die Draußen-Gruppe war gestern im Keller und eröffnete ein Gummibärchen-Kasino. FOTO: stephan köhlen
Mettmann. 95 Kinder, 15 Betreuer, ein volles Programm: Unter dem Motto "Mein Körper und ich" hat die Mettmanner Stadtranderholung Halbzeit. Die dreiwöchige Aktion der Neanderdiakonie ist ein Generationen-Projekt. Von Dirk Neubauer

Um es mal gerade heraus zu sagen: 95 Kinder machen Krach. Erst recht, wenn prasselnder Regen verhindert, dass die Sechs- bis Dreizehnjährigen mit den Bällen oder den Wakeboards im Innenhof tollen dürfen. "Die Draußen-Gruppe ist im Keller und eröffnet gleich ein Gummibärchen-Kasino", ruft ein Junge über den Flur. Gleichzeitig verhandelt einer der Betreuer mit Leiterin Natalie Köster (27): "Wir brauchen beide Packungen Gummibärchen, eine reicht nicht." Natalie würde gerne nur eine Packung Süßes mitgeben, ihr Leiter-Kollege Nils Krefting spendiert gleich beide. Lachend stellen die zwei Leiter der Mettmanner Stadtranderholung fest: "Na, Hauptsache wir sprechen mit einer Stimme."

Die beiden leiten die dreiwöchige Stadterholung zum dritten Mal. 95 Kinder, 15 Betreuer, ein volles Programm: Im Gemeindezentrum an der Donaustraße heißt das Motto in diesem Jahr: "Mein Körper und ich - gemeinsam durchs Leben". An jedem Morgen wird ausführlich ein Organ vorgestellt. Gestern war das die Lunge. Was Alexander (13) unbewusst mit dem nächsten tiefen Atemzug und dem Schlachtruf in die Praxis umsetzt: "Ich bin beim Kickerturnier eine Runde weiter."

So wie Hanna (10) ist er schon zum dritten Mal dabei und hat eine klare Meinung: "Klasse ist die Stadtranderholung." Hanna findet es toll, dass sie Freunde vom vergangenen Jahr wiedergetroffen hat. "Wir gehen nicht auf dieselbe Schule und sehen uns eigentlich nur hier." Da macht dann auch der Dauerregen nichts.

"Wir lassen uns immer etwas einfallen", sagen die beiden Leiter der Ferienaktion, Natalie und Nils, wie aus einem Mund. Bei den täglichen Teamleiterbesprechungen werden neue Idee vorgetragen und im Handumdrehen umgesetzt. Das Material dazu kommt von zahlreichen Spendern. Der Martinsverein, der Lionsclub, die Maria Nenninghoven Stiftung und ein Wuppertaler Pflanzenhof waren großzügig, die Stadt gibt einen Zuschuss. "Zur Hälfte werden die drei Wochen durch solche Spenden getragen, zur anderen Hälfte durch die Gebühren der Kinder." Die Ganztagsbetreuung inklusive der Mittagessen kostet für das erste Kind 170, der halbe Tag 100 Euro. Mittlerweile sind drei von vier Kindern ganztägig in der Obhut der Neanderdiakonie.

Deren Stadtranderholung ist ein Generationen-Projekt, wie Betreuer Jan Schulte-Baukloh (19) gewissermaßen verkörpert. Viele Jahre lang kam er als Junge hierhin. Jetzt hat er den dreitägigen Kursus für Betreuer absolviert und leitet eine Gruppe. "Viele der Betreuer geben ihre Kinder wieder in die Stadtranderholung", sagt Nils Krefting.

Nach den Ausflügen in den Panoramapark Sauerland und den Ketteler Hof steuern Kinder und Betreuer in der kommenden Woche auf das große Finale zu. Am Donnerstag sind alle Eltern eingeladen, wenn ein Theaterstück über die Suche des Blinddarms nach seiner Aufgabe und ein Film über die zurückliegenden drei Wochen vorgeführt werden. Viele werden ihre Kinder dann gleich fürs nächste Jahr anmelden.

Quelle: RP
 
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