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Mettmann
Benefizkonzert für die Flüchtlings-Kleiderkammer

Mettmann: Benefizkonzert für die Flüchtlings-Kleiderkammer
Der Gospelchor "Die Senfkörner" begeisterte die Gäste im Evangelischen Gemeindehaus an der Freiheitstraße. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Das Engagement der ehrenamtlichen Helfer könnte kaum größer sein. Doch nun naht der Winter. Flüchtlinge, die teilweise nur mit Flip-Flops an den Füßen in Deutschland ankommen, brauchen feste Schuhe und warme Kleidung. Aus diesem Grund hat die Evangelische Kirchengemeinde ein Benefiz-Gospel-Konzert mit der Eröffnung einer kleinen Fotoausstellung im "Café EinBlick" verknüpft und um Spenden gebeten. Von Thomas Peter

Das erste Lied, "Get on Board" war bewusst gewählt gleichsam als Bekräftigung der Aufforderung, mitzumachen. Auch Chorleiter Oliver Richters begrüßte die Gäste, unter denen auch einige Flüchtlinge waren, und führte sehr humorig und gut gelaunt durch den Abend. Es folgte das sehr fröhlich-melodische "More than a Million (Smiles for me and you)" aus Oslo, das optimistisch versprach: "we can move mountains when we believe".

Oliver Richters legte jeweils nach drei Liedern ein Instrumental-Solo ein. Für "Cow Cow Blues", eine sehr frühe Boogie-Woogie-Komposition von Cow Cow Davenport, erntete Richters stürmischen Applaus. Für junge Paare sang man "Can you feel the Love tonight" von Elton John, für alle anderen gab es ein Wiederhören mit Simon & Garfunkel und "Bridge over troubled Water".

Nach einer Zugabe wurde die Fotoausstellung eröffnet. Der Künstler Mehdi Tavangar (38) war vor 15 Monaten nach Deutschland gekommen und hatte das Leben von Flüchtlingen und ihren Helfern in Mettmann fotografisch dokumentiert. In seiner Heimat Iran hatte er Fotografie studiert und auch als Fotograf gearbeitet, bis dies aufgrund des repressiven Regimes nicht mehr möglich war. Im Interview mit Thomas Kurzal erklärte er, dass der Kontakt zwischen Flüchtlingen und Einheimischen noch wichtiger sei, als Sachspenden. Flüchtlinge sollten möglichst schnell Deutsch lernen und mittelfristig eine Arbeit aufnehmen, so Tavangar.

Er selbst spricht mittlerweile recht gut Deutsch und hofft, bald wieder als Fotograf arbeiten zu können. Zunächst plant er eine größere Ausstellung zum Thema "Flüchtlinge in Mettmann" und sucht noch nach geeigneten Räumlichkeiten. Spendenboxen stehen bereit, die Einnahmen gehen zu 100 Prozent an die Kleiderkammer Mettmann. Es seien schon viele Sachspenden eingegangen, doch zum Winter müsse man noch Großposten auf Flohmärkten und übers Internet zukaufen, erklärte Heidi Perchthaler von der Kleiderkammer.

Quelle: RP
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