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Benninghof - ein ungelöstes Problem

Mettmann: Benninghof - ein ungelöstes Problem
Wie es mit dem "Standort Benninghof" zukünftig weitergeht, hängt auch davon ab, dass man wieder zurückfindet zu einem entspannten und konstruktiven Miteinander. FOTO: DJ
Mettmann. Für das denkmalgeschützte Hauptgebäude auf dem Gelände Wohnrecht zu schaffen - das wollte die Stadt Mettmann nicht zulassen. Eine abgelegene Siedlung ohne jede Nahversorgung ist nicht gewollt. Von Sabine Maguire

Die Debatte um die Unterbringung von Flüchtlingen am Benninghof war in den vergangenen Wochen zur Hängepartie geworden. Mittlerweile ist klar: Die Stiftung Hephata stellt sich quer. Die Stadt muss nun also nach Standort-Alternativen suchen, um dort Wohncontainer aufzustellen.

Zuvor hatte Hephata darauf gehofft, dass für das denkmalgeschützte Hauptgebäude seitens der Stadt Wohnrecht geschaffen werden könnte. Das hätte der Stiftung etliche Möglichkeiten eröffnet, die über die derzeitige, zweckgebundene Nutzung als Bildungs- und Pflegeeinrichtung hinausreichen. Darauf konnte und wollte man sich wiederum bei der Stadt nicht einlassen - die Verhandlungen scheiterten. Zwischen den Zeilen war die Enttäuschung der Verhandlungspartner offenkundig geworden. Das sprichwörtliche Tischtuch scheint vorerst zerschnitten zu sein.

Das wiederum könnte jedoch sowohl für die Stadt, als auch für Hephata ungute Konsequenzen haben. Denn wie es mit dem "Standort Benninghof" zukünftig weitergeht, hängt auch davon ab, dass man wieder zurückfindet zu einem entspannten und konstruktiven Miteinander.

Hintergrund: Die Stadt plant schon seit mehr als einem Jahrzehnt rings um den Benninghof ein Gewerbegebiet. Ursprünglich als interkommunales Projekt geplant, hat sich die Nachbarstadt Haan aus der gemeinsamen Idee verabschiedet. Die derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Flächen wurden dennoch als Gewerbegebiet überplant - wenn auch nur auf 13 anstatt der ursprünglich 18 Hektar. Der Haken: Das Grundstück ist derzeit noch im Besitz von Landwirten. Ein weiterer Teil der Fläche gehört der Stiftung Hephata. Die wiederum könnte alles blockieren, was sich die Stadt dort vorstellen möchte. "Der Eigentümer sitzt am längeren Hebel", weiß auch der städtische Fachbereichleiter Kurt Werner Geschorec. Im Klartext heißt das: Ohne Zustimmung von Hephata wird es am Benninghof kein Gewerbegebiet geben. In der Mönchengladbacher Hephata-Zentrale zerbricht man sich hingegen den Kopf darüber, wie es mit dem Hauptgebäude am Benninghofer Weg weitergehen kann und soll. Ein Abriss ist nicht möglich - der Altbau steht unter Denkmalschutz. Im Anschluss an die ursprünglich geplante Unterbringung von Flüchtlingen hätte man das denkmalgeschützte Gebäude gern für Wohnzwecke genutzt. "Das wäre eine sogenannte Win-win-Situation gewesen, denn es könnte ja auch im Interesse der Stadt liegen, Denkmäler nicht verfallen lassen zu müssen", sagte Hephata-Abteilungsleiter Dieter Kalesse noch vor Wochen im Zuge der mittlerweile beendeten Debatte.

Klar ist: Stimmt die Stadt einer Nutzung zu Wohnzwecken zu, würde sie sich mit Blick auf eine zukünftige Ansiedlung von Gewerbe keinen Gefallen tun. Denn im Gegensatz zum "Neanderpark", wo es aufgrund des angrenzenden Wohngebietes immer wieder Ärger in Sachen Lärmschutz gab, gibt es rings um den Benninghof keine Einschränkungen. "Wir reden hier nicht von qualmenden Schornsteinen, aber eine Spedition wäre möglich", stellt Geschorec klar. Was eine Änderung des Flächennutzungsplans angeht, hat er eine klare Haltung, die er so begründet: "Wir sind an die Vorgaben der übergeordneten Regionalplanungsbehörde gebunden. Und die sieht nun mal für den Benninghof keine Wohnraumnutzung vor." Zudem sei der Standort zu abgelegen und ohne Anbindung an Nahversorgung, Schulen und Kindergärten.

"Ein zweites Obschwarzbach kann man nicht wollen", so Geschorec. Wohnbebauung, Gewerbegebiet oder eine gänzlich andere Lösung: Was bleibt, ist die Frage nach einem Mittelweg, auf dem sich Hephata und Stadt zukünftig begegnen wollen.

Quelle: RP
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