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Kreis Mettmann
Betrüger sperren Smartphones

Kreis Mettmann. Die Polizei rät, Anzeige zu erstatten und ein Antivirenprogramm zu benutzen. Von Ludmilla Hauser und Stephan Meisel

Kriminelle nutzen für illegale Machenschaften, was fast jeder mit sich führt: Handy oder Tablet. Die Polizei Köln warnt aktuell vor Schadsoftware auf diesen mobilen Geräten. Die Masche: Ein Sperrbildschirm verhindert die Nutzung des Handys.

"Es scheint, als ob die Polizei oder andere Behörden das Gerät gesperrt haben? Ein Geldbetrag zum Entsperren wird von Ihnen gefordert? Achtung! Dann wollen vermutlich Betrüger über eine Schadsoftware an Ihr Geld", teilt die Polizeibehörde mit.

Auch im Kreis Mettmann breite sich diese Betrugsmasche aus, bestätigt Polizeisprecher Ulrich Löhe. "Wir können nur davor warnen, sich auf Zahlungen einzulassen. Selbst wenn man dies tut, bleiben Smartphone-Display oder Tablet-Bildschirm gesperrt. Da kann die Polizei auch nichts tun - da muss ein Computerfachmann ran."

Nadja Kwasny vom Landeskriminalamt sieht diese Betrugsmasche innerhalb der steigenden Computerkriminalität zwar auf dem Vormarsch, doch statistisch gesondert erfasst werde sie nicht. So sei es auch bei der Mettmanner Kreispolizei, sagt Löhe. "Wobei die Dunkelziffer in diesen Fällen ohnehin riesengroß ist, weil viele Betroffene den Schaden gar nicht bei uns anzeigen und sich oft statt einer Reparatur gleich ein neues Gerät zulegen."

Die Anzeige der Betrugsopfer bei der Polizei ist laut Löhe aber für weitere Ermittlungen wichtig. Die Polizeiexperten vermuten, dass häufig Männer von den Betrügern ausgeguckt werden und diesen dann unterstellt wird, sie hätten illegale Pornoseiten aufgesucht, weswegen das Handy gesperrt werde. Der Sperrbildschirm habe dabei den Anschein, als hätte ihn die Polizei oder eine andere Behörde aufgrund einer Straftat gesperrt. Die Infektion mit dem "Schädling" passiert beim alltäglichen Nutzen von Internetangeboten, sagt die Kripo Köln: "Der Download und die Installation geschehen ohne Zutun des Nutzers und unbemerkt."

Die Täter nutzen zur Abzocke verschiedene Prepaid-Zahlungsanbieter. Opfer sollen im Einzelhandel einen in der geforderten Geldsumme erworbenen Gutscheincode auf dem Handy eingeben. Freigeschaltet ist das Handy dann aber nicht, nur der Code werde an die Betrüger übermittelt. Den können sie anonym einlösen.

Löhe rät dazu, der Zahlungsaufforderung nicht nachzukommen, "denn Behörden erheben auf diese Weise nie Gelder". Generell sollten wegen der Viren-Gefahr keine Anhänge von unbekannten Absendern geöffnet werden. "Wer das tut, läuft Gefahr, dass sich ein ausführendes Programm festsetzt und womöglich über die eigene Adressenliste an den Freundeskreis verbreitet - so dass man selber zum Multiplikator wird."

Elisabeth Schoemakers von der Verbraucherzentrale Langenfeld kennt die auf Smartphones zunehmende Betrugsmasche schon länger durch gleichartige Fälle an PC-Bildschirmen. Vorbeugend rät sie dringend zu guten Antivirenprogrammen.

Quelle: RP
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