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Mehr als 3000 Fahrgäste pro Monat
Bürgerbus ist in Erkrath Erfolgsmodell

Mehr als 3000 Fahrgäste pro Monat: Bürgerbus ist in Erkrath Erfolgsmodell
In Mettmann besteht Interesse an einem Bürgerbus, der in Erkrath bereits seit vielen Jahren erfolgreich unterwegs ist. FOTO: STEPHAN KOEHLEN
Mettmann. Das System soll auch in Mettmann Schule machen. Doch es sind noch viele Hürden zu nehmen. Von Thomas Peter

Im Vorfeld des Seniorentages am 19. Oktober in der Königshof-Galerie ist erneut deutlich geworden, dass unter Mettmanner Senioren Interesse und Bedarf an einem Bürgerbus-System besteht. Das Mettmanner Bürgerforum hat diese Idee aufgegriffen und zum Forumsabend den Vorstand des Bürgerbus-Vereins aus Erkrath eingeladen, damit dieser über seine Erfahrungen berichtet und erklärt, welche Voraussetzungen für die Einrichtung eines Bürgerbusses erfüllt sein müssen.

"Es ist eine Erfolgsgeschichte", sagen Vorsitzender Wolfgang Peter und Geschäftsführer Rudi Birkenstock. Zunächst habe es lange gedauert, alles vorzubereiten. Der Bürgerbusverein wurde 2006 gegründet, doch erst 2010 wurde der Fahrbetrieb aufgenommen. Heute aber sei der Bürgerbus eine feste Institution in Alt-Erkrath mit über 3000 Fahrgästen pro Monat, so dass andere Stadtteile wie Hochdahl neidisch hinüberblickten. Mit Einnahmen aus dem Ticketverkauf, Mitgliederbeiträgen, Sponsoren und Trinkgeldern sei man finanziell sehr gut aufgestellt. So konnte nach sieben Jahren nun ein neuer, größerer Bus bestellt werden, der im November geliefert wird. "In Erkrath waren zwei Dinge wichtig", so Wolfgang Peter. "Zum einen die geografischen Voraussetzungen, zum anderen die Altersstruktur". Alt-Erkrath liege auf drei Hügeln und einem vierten Bereich ohne Hügel, so dass eine kleeblatt-förmige Streckenführung installiert werden konnte. In Alt-Erkrath leben viele Senioren, die zweimal pro Woche zum Arzt und freitags zum Wochenmarkt fahren. "Ich habe sogar zwei Fahrgäste über 90", sagt Peter. "Bevor es den Bürgerbus gab, wollten viele schon wegziehen, teilweise nach mehr als 50 Jahren in Erkrath". Mit Umfragen wurde der Bedarf ermittelt. Danach sei der erste Schritt, sich mit Stadt und Rheinbahn zu einigen. Die Rheinbahn alleine darf als Monopolist Personenverkehr auf öffentlichen Straßen anbieten. Da ein Bürgerbus Konkurrenz für die Rheinbahn-Busse sein könnte, muss erst eine offizielle Genehmigung durch das Verkehrsunternehmen vorliegen. Die Streckenführung in Erkrath wurde so gewählt, dass 95 Prozent des Ortsgebietes durch den Bürgerbus abgedeckt sind, aber nur vier Haltestellen mit denen der Rheinbahn-Linien zusammenfallen. Als nächstes müsse man Sponsoren und Fahrer finden. Für die Anschaffung eines Busses wurde in Erkrath ein Kredit bei der Rheinbahn aufgenommen, der Rest kam aus Landeszuschüssen und von Sponsoren.

Der Erkrather Bürgerbusverein hat ein Team von 18 Fahrern, von denen zwölf von Anfang an dabei waren. Voraussetzung ist lediglich ein Pkw-Führerschein und ein Personenbeförderungsschein, der auf Antrag für fünf Jahre ausgestellt wird. "Wir haben ein sympathisches Fahrerteam, das ein familiäres Verhältnis zu den Fahrgästen pflegt", so Wolfgang Peter. Sie helfen beim Ein- und Aussteigen, haben ein offenes Ohr und wissen, wer wo wohnt und wohin möchte. Die Mitglieder des Mettmanner Bürgerforums zeigten sich beeindruckt von dieser Erfolgsgeschichte. "So etwas würden wir uns auch für Mettmann wünschen", sagte der 2. Vorsitzende Thomas Scholz und sprach damit wohl für alle. Die Chancen stehen nicht schlecht: NRW ist in Deutschland Vorreiter mit 130 Bürgerbusvereinen. Die Verkehrsgesellschaften haben inzwischen Erfahrung und die Bezirksregierung fördert die Vereine.

Quelle: RP
 
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