| 00.00 Uhr

Bürgermonitor
Anwohnerin ärgert sich über Müll in der Idylle

Bürgermonitor: Anwohnerin ärgert sich über Müll in der Idylle
Monika Rothen wohnt im Grünen, an der Katzbergstraße. Sie ärgert sich über Kotbeutel und Butterbrottüten. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Betriebshof reagiert prompt. Gestern hat die Stadt einen Müllbehälter an der Katzbergstraße angebracht. Von Heike Schoog

langenfeld Monika Rothen wohnt idyllisch. Zwischen zwei Bauernhäusern an der Katzbergstraße. Diese Idylle wird auch gern von anderen genutzt. Angestellte aus den Büroräumen des Businessparks Katzberg nutzen die Katzbergstraße, um sich in der Mittagspause die Beine zu vertreten und einen Snack zu sich zu nehmen. "Doch der Müll, Butterbrottüten und ähnliche Verpackungen, landen auf der Straße oder in den Vorgärten", schimpft Rothen. Auch Hundehalter, die zwar die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Lieblinge ordnungsgemäß in Tütchen aufsammeln, wissen nicht wohin damit und werfen sie einfach in die Büsche. Denn weit und breit gibt es keinen Mülleimer, beklagt die Anwohnerin der Katzbergstraße. Ihr Schreiben an die Stadt sei jedoch unbeantwortet geblieben.

Bastian Steinbacher, Leiter des Langenfelder Betriebshofs, zögert nicht lange, als die Rheinische Post ihn auf diesen Missstand aufmerksam macht. "Die Nachricht, dass es dort Probleme gibt, hat mich nicht erreicht", sagt er. Klagen über Verschmutzung seien ihm eher von der nahegelegenen Unterführung bekannt. "Dort entfernen wir auch regelmäßig Graffiti."

Doch nachdem Steinbacher die Lage erkundet hat, ist klar: "Wir stellen einen Mülleimer auf", sagt er. Allerdings sei die Schwierigkeit, dass nur ein Teil des Geländes öffentlich ist. "Die andere Seite gehört zum Golfplatz", erläutert er. "Da dürfen wir nicht ohne Absprache aktiv werden."

Für die Stadt sind die rund 400 Mülleimer und ihre regelmäßige Leerung ein teurer Posten. "Wir geben im Jahr insgesamt knapp 187.000 Euro dafür aus", sagt Steinbacher. Allein 108.655 Euro entfallen davon auf die Personalkosten. "Die Mülleimer werden an sieben Tagen die Woche geleert. An einem Samstag sind es 137, montags etwa werden 248 geleert. Hinzu komme, dass der Betriebshof an Haltestellen auch den Bereich drumherum reinigt. 26.957 Euro zahlt die Stadt für den Einsatz ihres Fuhrparks zu diesem Zweck, 10.000 Euro gehen auf das Konto Ersatzbeschaffung. Jetzt kommt ein weiterer Mülleimer dazu, der angefahren werden muss. "Der Unterhalt ist aufwendig. Und der Job ist anstrengend", weiß Steinbacher.

Joachim Offermanns, Betreiber des Golfplatzes am Katzberg, sieht sich nicht in der Verantwortung, für die Sauberkeit an der Katzbergstraße zu sorgen. Er fühlt sich lediglich für die Golfanlage zuständig. Darüber hinaus sei er skeptisch, ob das Aufstellen eines Mülleimers das Müllproblem an der Katzbergstraße beseitigen könnte. "Wenn die Leute nicht zuhause sind, kümmert es sie sie nicht, ob sie Schmutz hinterlassen", glaubt er. Er wäre aber bereit, der Stadt einen privaten Platz für einen weiteren Mülleimer zu überlassen. Ob das nötig sein wird, muss sich jetzt zeigen. Anwohnerin Monika Rothen ist mit der schnellen Reaktion erst einmal zufrieden und hofft, dass sie künftig keine Kotbeutel mehr aus ihrem Vorgarten fischen muss.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Bürgermonitor: Anwohnerin ärgert sich über Müll in der Idylle


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.