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Mettmann
CDU kritisiert eine totale Innenstadt-Sperrung

Mettmann. Die Zufahrt zu den beiden Tiefgaragen am Jubiläumsplatz soll für Kunden weiterhin möglich sein. Von Thomas Peter und Christoph Zacharias

Die CDU Mettmann hat eine neue Veranstaltungsreihe namens "Bürger-Dialog" gestartet. In lockerer Abfolge will der Stadtverband mit Bürgern ins Gespräch kommen, über die drängenden Themen in der Stadt diskutieren und neue Aspekte beleuchten.

Zum Auftakt ging es in der CDU-Geschäftsstelle in der Neanderstraße um das Thema "Verkehr". Ein Dauerbrenner in der Kreisstadt. Zahlreiche Bürger, darunter auch Händler, folgten der Einladung. Nach wie vor steht das Thema "Netztrennung" hoch im Kurs. Zur Erinnerung: Hinter dem Begriff steckt nichts weiter, als die Sperrung der Zufahrten zum Jubiläumsplatz für private Pkw und Lkw, sofern sie nicht von Anwohnern gefahren werden. Wer heute trotzdem etwa zur Tiefgarage Neanderthalpassage fahren möchte, muss einen Umweg über die Osttangente und die Seibelspange fahren, um von Norden in die Schwarzbachstraße zu gelangen.

Das Ziel hinter der Netztrennung war zum einen die Reduzierung der Stickoxid-Emissionen in der Innenstadt und zum anderen die Verkehrsberuhigung. "Ich bin ja froh, dass die Stadt beruhigt ist", sagt Einzelhändler Ernst-August Kortenhaus. "Aber aus der Verkehrsberuhigung ist mittlerweile eine Kundenberuhigung geworden". Nach Kortenhaus soll der Penny-Markt am Jubi geschlossen werden, und auch der Rewe-Laden gegenüber stehe vor dem Aus. "Für die Innenstadt ist die Netztrennung lebensbedrohlich", warnt Kortenhaus.

Ute Stöcker, verkehrspolitische Sprecherin der CDU im Planungsausschuss, nahm Stellung: "Wir haben gegen die Netztrennung gekämpft, aber wir hatten keine Mehrheit im Rat". Nun sei die Entscheidung unumkehrbar und es brauche Lösungsansätze für Ampelschaltungen, Fahrradverkehr und ÖPNV. Doch das letzte Wort ist auch bei der CDU offenbar noch nicht gesprochen worden. Die Union will versuchen, einen freien Zugang zu den beiden Tiefgaragen am Jubi zu erhalten. Dies würde besonders den Menschen aus Me-Süd und Me-West entgegen kommen und die Lutterbecker Straße entlasten, sagte gestern Ute Stöcker im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie verteidigte das Verkehrsgutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte. Nur so könne man beurteilen, wie sich die Verkehrsmengen in den Nebenstraßen verändere. Doch das Gutachten hätte vorliegen müssen, bevor man die Innenstadt sperrte. "Da ist der zweite Schritt vor dem ersten gemacht worden", kritisiert Stöcker. Es gab jedoch auch andere Meinungen in der Runde.

Renate Stricker, Sprecherin der Initiative Goldberg, stellte klar: "Ich bin für die Netztrennung". Es müsse doch zumutbar sein, dass Menschen mal fünf Minuten zu Fuß gehen, um in die Stadt zu kommen. "Es muss ein allgemeines Umdenken in unserer Gesellschaft stattfinden". Eine Anwohnerin, die den Schwerlastverkehr auf der Nordstraße beklagte, schlug vor, einfach alle Straßen für jedermann zu öffnen: "Der Verkehr sucht sich dann seinen Weg".

Quelle: RP
 
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