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Mettmann
Chirurgen bei der Arbeit zusehen

Mettmann: Chirurgen bei der Arbeit zusehen
Minimalinvasive Operationstechniken, wie hier bei der Entfernung eines Myoms, haben die klassische Operation per Bauchschnitt weitgehend unblutig und wesentlich schmerzfreier ersetzt. FOTO: EVK
Mettmann. Am Tag der Chirurgie im Evangelischen Krankenhaus können Interessierte sogar selbst zum Operationsbesteck greifen. Von Valeska von Dolega

Alle ambulanten Eingriffe inklusive, zählt die chirurgische Abteilung am Evangelischen Krankenhaus Mettmann (EVK) 3000 Operationen im Jahr. Zählt man die gynäkologischen Operationen dazu, erhöht sich die Zahl auf 4000. Um den Menschen die Angst vor diesen chirurgischen Eingriffen zu nehmen, öffnet sich die Klinik an der Gartenstraße Samstag, 26. September, zum "Tag der Chirurgie".

Zum ersten Mal präsentiert das Haus sein komplettes Spektrum, sagt EVK-Geschäftsführer Bernd Huckels. Seit anderthalb Jahren gibt es den EVK-Neubau. Seit Juli 2014 ist Andrzej Kaminski Chef der Unfallchirurgie und Orthopädie und sein Kollege Clemens Stock Chef der Gynäkologie: "Zeit, die Neupositionierung des Hauses und das Leistungsspektrum zu zeigen sowie einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen."

So sind viele Sportverletzungen, wie Kaminski berichtet, im Bereich von Knie-, Schulter- oder Ellenbogengelenk dank der sogenannten minimalinvasiven Methoden unkompliziert behandelbar. Diese endoskopische Operationsart verursacht weniger Schmerzen, es fließt weniger Blut und die Narben sind kleiner. In Fachvorträgen wird Näheres zu Einsatzmöglichkeiten und Durchführungen erläutert.

Spielerisch geht es in der Rate-Ecke zu. Dort werden Röntgenbilder ausgehängt und die Quizteilnehmer sollen erkennen, um welche Art von Bruch, an welchen Körperteil es sich handelt.

Ebenfalls mit "gut anzusehenden Bildern" will Uwe Knaust, bereits seit Oktober 2007 als Chef der Allgemeinen und Viszeralchirurgie verantwortlich, sein Fach interessierten Laien näher bringen. "Wir machen alles, was weich ist", beschreibt er salopp das Tätigkeitsfeld, zu dem so wichtige Organe wie sein Spezialgebiet die Schilddrüse gehören. Wer sich früher in diesem Bereich operieren lassen musste, lief hinterher mit einer dicken Narbe quer über den Hals durchs Leben. "Heute ist es nur ein kleiner Schnitt, der eine entsprechend feine Narbe hinterlässt", erklärt Knaust einen der optischen Vorteile der minimal invasiven Möglichkeiten.

Und auch in der Gynäkologie gibt es einige Eingriffe, die nicht allein medizinisch versiert, sondern auch mit kosmetischem Anspruch absolviert werden, wie Clemens Stock sagt. Der Kaiserschnitt war früher ein lebenslanges Mal und ist inzwischen oft nur noch an Narben in der Bikinizone erkennbar. Besonders für die Brustchirurgie gelten ästhetische Kriterien im hohen Maße. Um Gewebeproben von einer beispielsweise veränderten Brust nehmen zu können, macht der Fachmann eine Stanzbiopsie. Und wie so etwas geht, darf am Tag der Chirurgie ausprobiert werden.

Überhaupt steht das Experiment im Mittelpunkt. Viszeralchirurgen und Gynäkologen teilen sich zu diesem Anlass ein Modell, das einen künstlichen Bauch simuliert. Auf dem Monitorbild erkennt der Ausprobierfreudige dann in 2D, woran er im Dunkel der dreidimensionalen Kiste herumwerkelt. Die Fachleute zeigen dann, wie das Operationsbesteck korrekt zu führen ist, um das Operationsfeld tatsächlich bearbeiten zu können. Übrigens werden dafür Schnitzel benutzt.

Infos zu Narkose, Prothesen, Implantaten, Patientensicherheit, Hygiene und ambulanter Reha runden das Programm, in dessen Fachvorträge der Chefärzte stehen, ab. Mehr im Netz bei www.evk-mettmann.de

Quelle: RP
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