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Mettmann
Das brennt Mettmann auf den Nägeln

Mettmann: Das brennt Mettmann auf den Nägeln
Manfred Ullmann und Karl-Heinz Habich hatten viele Fragen an Michael Bröcker (v.l) FOTO: Stephan Köhlen
Mettmann. RP-Chefredakteur Michael Bröcker war gestern zu Gast in Mettmann und hat mit Bürgern gesprochen. Themen waren unter anderem die zu laute Kirmes, die teure Überdachung des Waschbretts und die Kosten der Seibelquerspange. Von Oliver Wiegand

Seit 1982 wohnt Ali Kuran in Mettmann. "Meine Heimat ist Mettmann", sagt der aus der Nähe von Ankara stammende Moslem, der sich für die Integration in der Kreisstadt stark macht. "Warum haben fast alle Flüchtlinge ein Handy?", fragt er RP-Chefredakteur Michael Bröcker, der gestern von 10 bis 11.30 Uhr mit der Mobilen Chefredaktion in Mettmann zu Gast war.

"Weil sie ohne Handy und die eingebaute Navigation nicht den Weg finden würden." Mettmann ist ruhig, Mettmann ist sicher und Mettmann ist sauber - das gibt der gut gelaunte Kuran dem Chefredakteur noch auf den Weg. "Man darf nicht immer über alles meckern", sagt Kuran.

Ein paar Sachen, die in der Stadt nicht so rund laufen, gibt es aber schon. Alfred Rogowski regt sich nach wie vor über den längst abgeschlossenen Bau der Seibelquerspange auf. "Die rund drei Millionen Euro Mehrkosten, wer bezahlt das eigentlich?", fragt Rogowski. Er hat nachgelesen, dass ein Architekt zu Schadenersatz verurteilt wurde, weil er eine Garage falsch geplant hatte. "Und bei der Umgehungsstraße bleiben wir Bürger auf den Kosten sitzen?", fragt Rogowski.

Viel zu laut geworden ist es Marlene Hildebrandt, die am Lavalplatz in Mettmann wohnt. Die Kirmes hat sie in schlechter Erinnerung. Tagelang war der Lärm und Krach der Fahrgeschäfte direkt vor ihrer Haustür zu hören. Bis tief in die Nacht habe im Schützenzelt eine Band laut Rockmusik gespielt. Darüber hinaus habe sich die Gegend zu einem Treffpunkt von Jugendlichen entwickelt, die abends dort mit Shishas und Alkohol die Nacht verbringen. Am Stand der RP unter dem Waschbrett schaute auch Richard Bley vorbei, der vor kurzem zum neuen Fraktionschef der CDU gewählt wurde. Er erinnerte noch einmal daran, dass der Bund der Steuerzahler das Vorhaben der Stadt Mettmann, ein neues "Waschbrett" mit einem Glasdach an der Mühlenstraße zu bauen, kritisiert hat. 500.000 Euro würden die Planung, der Abbruch des Waschbretts und der Neubau eines Glasdachs kosten. Hinzu kommen noch Kosten für die weitere Platzgestaltung. Beschlossen ist die Umgestaltung noch nicht, da bis zu 70 Prozent davon aus Fördermitteln kommen sollen. Dennoch bleibt für die Stadt ein Eigenanteil von 200.000 Euro. Da müssen die Politiker in der Stadt noch einmal gründlich drüber nachdenken.

Nicht über Mettmann, sondern über Welt- und Deutschlandpolitik wollten Manfred Ullmann und Karl-Heinz Habich reden. Die beiden beklagten sich über magere Renten. "Es gab dieses Jahr die höchste Rentenerhöhung aller Zeiten", erwiderte Michael Bröcker. Nachvollziehen konnte Bröcker dagegen die Kritik der beiden, dass es zu viele Veranstaltungen in den Städten gebe. Fast jedes Wochenende sei irgendwo ein großes Fest geplant.

Ullmann wollte von Bröcker wissen, wie Deutschland auf eine erneute Flüchtlingswelle reagieren würde. "Deutschland muss dafür sorgen, dass die Flüchtlinge in Afrika sich gar nicht erst in Boote setzen. Das macht Merkel", sagte Bröcker.

Quelle: RP
 
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