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Erkrath
Den Planeten auf der Spur

Erkrath: Den Planeten auf der Spur
Jungdozent Christian Müller zeigt (v.l.) Alexander, Henrik, Marcel und Fabian, wie man Informationen aus dem Universum im Internet findet. FOTO: RPO
Düsseldorf. Blitzgescheite Kinder haben sich beim Einführungskurs Astronomie im Observatorium in Hochdahl eingefunden. Sie sind auch dabei, wenn in den kommenden Wochen die Planeten mit dem Teleskop beobachtet werden. Von Ulla Pantel

"Warum wirkt der Alexander nicht anziehend auf den Stuhl, der neben ihm steht?" Die Frage, ob hier von einem gefühlskalten Stuhl die Rede ist, kommt der Verfasserin dieses Artikels in den Sinn. Die Kinder und Jugendlichen, die im Observatorium Hochdahl zu einem neuen Kurs "Astronomie für 10 bis 15-Jährige" zusammengekommen sind, sprechen über Astrophysik. Es geht um die Gravitation und die Sonne und die Frage, warum sich zwischen manchen Planeten ein Asteroidengürtel befindet und zwischen anderen nicht. Warum muss Pluto seine Umlaufbahn mit so vielen anderen Zwergplaneten teilen? Antwort: Weil der kleine Planet nicht groß genug ist, um sie sich vom Leib zu halten.

Große Planeten schubsen andere Objekte dank Masse einfach weg. Den blitzgescheiten jungen Kursteilnehmern ist die Sache längst völlig klar. Die Namen der Planeten in Reihenfolge ihres Abstands zur Sonne herunterzusagen, gehört hier bei manchen offensichtlich schon am ersten Kurstag zum Allgemeinwissen. Auch was der Unterschied zwischen Monden und Planeten ist, weiß Kursteilnehmer Gregor sofort.

Falls es doch mal unbeantwortete Fragen gibt, können sie an den vier Computern im Raum schnell eigenständig mittels Wikipedia geklärt werden. Dr. Peter Richter, der 1. Vorsitzende der Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl lächelt. "Die Kinder werden hier immer jünger und wissen immer mehr", sagt er. Manche neue Information nehmen sie von ihrem Dozenten Christian Müller (18) aber gerne noch an. Beispielsweise, was genau die Größenangaben in Potenzzahlen bedeuten. "Christian war hier selbst mal Kursteilnehmer", erzählt Peter Richter später. Ältere geben ihr Wissen an Jüngere weiter. Schon seit längerer Zeit entwickle sich die Sternwarte zu einer Art Jugendheim für Wissensdurstige und Hochbegabte. "Für diese Kinder gibt es ja sonst kaum Angebote."

Auch Alexander Niklas und Henrik Brändle, die vor kurzem den 2. Preis bei "Jugend forscht" gewannen, haben sich in der Hochdahler Sternwarte kennen gelernt. 37 Prozent der Mitglieder des eingetragenen Vereins sind unter 25 Jahre alt. Im Astronomie-Club wird an jedem Freitagabend ein interessantes Thema aus der Welt der Astronomie oder Astrophysik behandelt. "Es wird aber auch schon mal am Wochenende zusammen gekocht, und manchmal sind die Jugendlichen froh, nichts Festes vorgesetzt zu bekommen", weiß der Vereinsvorsitzende. Die acht Neulinge aus dem Einführungskurs wollen jedenfalls wiederkommen. An fünf weiteren Abenden werden die Planeten mit Teleskopen beobachtet. Per Computer werden Astronomieprogramme ausprobiert und ein Besuch des Planetariums ist auch geplant.

Quelle: RP
 
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