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Ausgeglichener Haushalt im Kreis Mettmann
Der Kreis hat richtig Geld im Säckel

Ausgeglichener Haushalt im Kreis Mettmann: Der Kreis hat richtig Geld im Säckel
FOTO: Pixabay
Kreis Mettmann. Zum elften Mal in Folge legen Landrat Thomas Hendele und Kämmerer Martin Richter einen ausgeglichenen Haushalt vor. Den zehn Städten verbleiben rein rechnerisch 112 Millionen Euro mehr in der Kasse übrig, als vergangenes Jahr. Von Oliver Wiegand

Strahlende Gesichter im Kreistag wenn der Haushalt eingebracht wird - das gibt es nicht in vielen Kommunen Deutschlands. Nach Düsseldorf und Köln hat der Kreis Mettmann die höchste Steuerkraft im Land NRW und das drückt sich auch in Zahlen aus. Rund 1,17 Milliarden Euro beträgt die Summe der Ein- und Ausgaben, das liegt auch daran, dass alle Städte ihre Steuerkraft steigern konnten.

Die fallenden Arbeitslosenzahlen und die gute Konjunktur macht sich offenbar bemerkbar. Fast 120 Millionen Euro mehr als im Vorjahr konnten die Städte durch ihre Anteile an der Einkommen- und Körperschaftssteuer erwirtschaften.

Doch auch die neue Landesregierung hat ihren Teil zur guten Lage des Kreises Mettmann beigetragen. "Von den 90 Millionen Euro Kommunalsoli, die im vergangenen Jahr an das Land gingen, hat allein der Kreis Mettmann mehr als 40 Millionen bezahlt. Der Soli ist nun weggefallen, das begrüßen wir sehr", sagte Landrat Thomas Hendele gestern bei der Vorstellung des umfangreichen Zahlenwerks im Kreistag. Außer Velbert, Wülfrath, Heiligenhaus und Erkrath haben die übrigen sechs Städte bislang gemeinsam 42 Millionen Euro an Kommunalsoli bezahlt. Das Geld komme nun wieder den Städten zugute, so Hendele.

Bei all den guten Nachrichten, einen Wermutstropfen gibt es dennoch. Obwohl der Hebesatz für die Kreisumlage um 2,61 Prozent gesenkt wird, müssen einige Städte dennoch draufzahlen. In Erkrath ist bei der Kreisumlage mit Mehrkosten von 110.000 Euro zu rechnen, in Heiligenhaus sind es 210.000 Euro. Monheim darf schon 3,18 Millionen Euro mehr in den Haushalt einplanen und in Langenfeld sind es sogar 5,28 Millionen Euro, die als zusätzliche Belastung zu Buche schlagen. Ratingen ist mit fast vier Millionen Euro mehr von der Partie. Haan (190.000 Euro) und Mettmann (50.000 Euro) können sich über eine Entlastung freuen. Was hat der Bürger von all diesen Zahlen, wo merkt man, dass das Geld ankommt? Der Kreis wird in den kommenden Jahren mehr als fünf Millionen Euro in seine Schulen investieren. Dazu kommen noch einmal 7,5 Millionen Euro für die Sanierung von Straßen, die schlaglochfrei befahren werden sollen. Für den dringend notwendigen Neubau einer Kreisleitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst neben der Polizei in Mettmann wird ein zweistelliger Millionenbetrag in die Hand genommen. Damit einher geht eine Neuorganisation des Rettungsdienstes, damit bei Unfällen, Herzinfarkt oder Schlaganfall die Hilfskräfte innerhalb von acht Minuten vor Ort sind.

Ebenfalls für die Bürger sicht- und spürbar ist die Umsetzung des Masterplans Neandertal. Noch in diesem Jahr werden rund um das Neanderthal Museum Bäume gefällt, um Platz für neue Sichtachsen und die neue Brücke zu schaffen. Darüber hinaus wird der Spielplatz saniert und unter das Motto Steinzeit gestellt. Viel tun wird sich auch am Wildgehege. Durch einen Pachtvertrag mit der Stadt Erkrath werden die Wisente ein neues Außengelände erhalten, außerdem gibt es neue Wege und Aussichtsplattformen. Was noch auf den Kreis zukommt, ist die Neuanlage der Fundstelle des Neandertalers, für die es vielversprechende Pläne gibt.

Ebenfalls beteiligt ist der Kreis am Ausbau der Regiobahn nach Wuppertal, mit der das Nahverkehrsangebot entscheidend verbessert werden soll. Pro Tag sind 3500 Fahrten geplant, doch Hendele ist überzeugt, dass diese Zahl übertroffen wird. Allerdings will sich Hendele dafür einsetzen, dass die Strecke auch in die andere Richtung über Kaarst hinaus ausgebaut wird. Die Stadt Mönchengladbach sperre sich aus unverständlichen Gründen gegen einen Teil der Strecke über ihr Gebiet, aber in Willich und Viersen warte man dringend auf den Regiobahnanschluss, so Hendele.

Quelle: RP
 
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