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Rp-Prüfstand
Die besten Stollen im Kreis Mettmann

Rp-Prüfstand: Die besten Stollen im Kreis Mettmann
Michael Monjau (links) aus Langenfeld und Rainer Vogt aus Ratingen machen die Riechprobe. FOTO: Achim Blazy
Mettmann. Wo gibt es im Kreis Mettmann den besten Christstollen zu kaufen? Wir haben uns in Bäckereien und auf Weihnachtsmärkten umgesehen und Fachleute gefragt. Was gar nicht geht: Massenware aus japanischen Backautomaten. Von Isabel Klaas

Kreis Mettmann "Der Christstollen ist die Königsdisziplin der Bäcker und Konditoren", sagt Michael Monjau, Konditormeister im Ruhestand aus Langenfeld und stundenweise beschäftigt in der Langenfelder "Kaffeezeit". "Auch nach 50 Jahren Berufserfahrung habe ich bei jedem ersten Stollen im Jahr wieder Herzklopfen, ob er etwas wird. Schließlich backt man ihn nicht jeden Tag wie beispielsweise eine Sahnetorte." Ein guter Stollen braucht vor allem Zeit - zwei bis drei Tage.

Und nur beste Zutaten wie Rosinen aus Australien, frische Mandeln, viel Butter und natürlich die liebevolle Hand des Herstellers, erfuhr der Laie beim Testessen. Dazu hatte die Rheinische Post Michael Monjau und seinen Kollegen Rainer Vogt, Konditormeister und stellvertretender Bürgermeister aus Ratingen, eingeladen. Fünf Exemplare des Deutschen liebsten Weihnachtsgebäcks haben die Experten verkostet und einen bis sechs Sterne vergeben. Beurteilt wurde nach den Kategorien Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack.

Mandeln kosten derzeit 15 Euro pro Kilo. Die kann man in günstigen Stollen also nicht erwarten. FOTO: Blazy, Achim (abz)

Die beiden Tester - die selbst in jahrzehntelanger Praxis Technik und Geschmack des Edelbackwerks verfeinert haben - entpuppten sich als äußerst kritisch. Und so verwundert es denn auch nicht, dass keine der weihnachtlichen Leckereien von den Feinschmeckern mit sechs Sternen bedacht wurde. Konditormeister Vogt, der in seinem Café Iland-Vogt selbst Stollen verkauft, verriet im Vorfeld ein paar Finessen, die das beliebe Gebäck wertvoll machen: Ehe bei ihm die Früchte in den vorgegangenen Hefeteig geknetet kommen, werden sie im Kessel geschichtet: erst Rosinen, dann Mandeln, darüber Rum, dann Orangeat, dann geht es zugedeckt ab in den Gärschrank, damit alles gut durchzieht.

Für den Marzipankern wird unter vier Teile Mandelmasse immer ein Teil Butter geknetet, damit die Füllung geschmeidig bleibt. Monjau setzt vor allem auf die richtigen Wartezeiten beim Tauchen des Stollens in Butter und beim anschließenden Zuckern, damit das Gebäck "verschlossen wird" und innen feucht und frisch bleibt. "Ich habe mal bewusst ein Stück bis Ostern liegenlassen. Das schmeckte noch toll", versichert er. Und so beurteilen die beiden Experten das Königsgebäck der Kollegen im Kreis.

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft? Die Konditoren sehen ganz genau hin. FOTO: Blazy, Achim (abz)

Die ersten drei Plätze sind eindeutig, Platz 4 und 5 teilen sich zwei Bäckereien.

Quelle: RP
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