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Mettmann
Die Geschichte des Kö-Karrees

Umfrage: Das sagen Bürger zum Kö-Karree
Umfrage: Das sagen Bürger zum Kö-Karree FOTO: RP, Dietrich Janicki
Düsseldorf. Der Plan, ein attraktives Einkaufszentrum an der Straße Am Königshof zu bauen, existiert seit dem Jahr 1998. Zahlreiche Investoren stellten in den letzten Jahren ihr Konzept vor. Die schwierige Suche nach einem Ankerbetrieb. Von Christoph Zacharias

Viele Mettmanner sind mit der Einkaufssituation in der Kreisstadt unzufrieden. Und dies seit Jahren. Bürger haben sich umorientiert und kaufen in den Nachbarstädten, in Hilden, Düsseldorf, Ratingen und Wuppertal ein. Die Regiobahn bringt die Kunden bequem in die Landeshauptstadt.

Im nächsten Jahr soll sich die Einkaufssituation in Mettmann verbessern: Geplant sind der Bau des Kö-Karrees auf dem Grundstück der ehemaligen Schule Schulstraße und der Kö-Galerie in und um den früheren Karstadtkomplex.

Der Stadtrat mit dem Bürgermeister an der Spitze hatte das Problem nach der Schließung der Geschäfte Murjahn, Overhoff, Brenger und der Herrenabteilung Hoffstaedter erkannt und versuchte, Alternativen aufzuzeigen. Karstadt blieb als einziger "Frequenzbringer", wenn auch mit Schwächen im Sortiment, übrig.

Insellage aufheben

Mitte der 90er Jahre begann die Diskussion um ein attraktives Einkaufszentrum rund um Karstadt. Potenzielle Investoren stellten 1998 ihre Konzepte vor. Damals waren Peek & Cloppenburg im Gespräch und ein großes SB-Warenhaus auf dem Karstadt-Parkplatz. Weitere Gebäudekomplexe waren zwischen Lavalplatz und Karstadt geplant mit 8000 Quadratmetern Ladenfläche inklusive Lager, 50 Wohnungen und 800 Quadratmeter für Praxen und Büros.

Und: Für die Architekten war damals schon klar, dass die Insellage von Karstadt aufgehoben, die Fußgängerzone bis zur Freiheitstraße ausgedehnt und eine Anbindung an den Lavalplatz gebaut werden muss. Doch die Suche nach einem "Ankerbetrieb" (SB-Warenhaus) und einem namhaften Textilgeschäft gestaltete sich schwierig. So schwierig, dass der Investor Strabag, früher SF-Bau, Anfang 2001 das Handtuch warf.

Aus der Niederlage wurde ein Sieg gemacht: Rat und Verwaltung setzten zusammen mit Karstadt auf eine Shop-in-Shop-Lösung. Das SB-Warenhaus sollte ins untere Karstadt-Geschoss ziehen und sich in Richtung Parkplatz ausdehnen, Karstadt selbst wollte seine Verkaufsfläche von 5500 auf 8500 Quadratmeter erweitern.

"Für die Ladenflächen im geplanten Königshof-Karree gebe es sehr, sehr viele Mietinteressenten" sagte der neue Investor Procom im Juli 2002. Ein Großteil der Geschäftsflächen in dem Karstadt-Komplex könne bereits vermietet werden, so der Investor. Die Verhandlungen zwischen Procom und Karstadt seien auf einem guten Weg und stünden vor dem Abschluss, hieß es optimistisch. Doch Procom und Karstadt konnten sich nicht einigen, das große Kö-Karree war "gestorben". 2004 stieg der Mettmanner Bauverein mit ins Boot. "Wir können nicht nur Wohnungen bauen, sondern auch Geschäfte", sagte MBV-Vorstand Horst Masanek im Juni 2004. Das sogenannte "kleine Kö-Karree" auf dem alten Schulgelände war geboren.

In den folgenden Jahren wechselten die Geschäftsführer von Karstadt im Halbjahres-Rhythmus. Im Jahr 2007 wurde aus Karstadt eine Hertie-Filiale, der Niedergang des Warenhauses begann. Im Januar 2009 wurde Hertie in Mettmann geschlossen. Schließlich erwarb Phoenix development im März 2009 die Immobilie und plant nun die Kö-Galerie. Die Vermarktung der Flächen läuft.

Quelle: RP
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