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Johanna Klugstedt
Die Idee vom Wohnhaus nur für Singles

Johanna Klugstedt: Die Idee vom Wohnhaus nur für Singles
Das Konzept von Johanna Klugstedt trägt die Überschrift: "Individuell wohnen - Gemeinsam leben" FOTO: D. Janicki
Mettmann. Johanna Klugstedt hat ein Konzept entwickelt - für Menschen, die nicht länger alleine leben wollen.

Mettmann Die Leiterin des Instituts für Gesundheitsförderung, Johanna Klugstedt, hat ein Konzept für ein Wohnprojekt für Singles der Baby-Boomer-Generation entwickelt.

Frau Klugstedt, Sie planen ein alternatives Lebens- und Wohnprojekt in Mettmann. Erzählen Sie uns davon.

Johanna Klugstedt Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, mittlerweile wird er jedoch sehr konkret. "Wenn wir zusammenziehen" ist das Motto, oder auch "Individuell wohnen - Gemeinsam leben".

Das hört sich nach Wohngemeinschaft an?

Klugstedt Nein, das trifft es nicht wirklich. Zusammenleben ja, aber jeder in seinen eigenen vier Wänden. In meinem Konzept gibt es im Haus bis zu zwölf 1 bis 2 Zimmer-Wohnungen mit Balkon, Bad und Küche. Dazu kommen zwei möblierte Auszeit-Appartements mit kurzen Kündigungsfristen. Außerdem soll es eine Gemeinschaftsküche, ein gemeinsames Wohnzimmer, eine Dachterrasse und eine Gemeinschaftswerkstatt im Keller geben.

Auszeit-Appartements für den kurzzeitigen Ausstieg aus gemeinsamen Wohnprojekten? Oder für all diejenigen, die zwischendurch mal Ruhe brauchen?

Klugstedt Ich denke da vor allem an Situationen wie das mögliche Ende einer Beziehung, in denen man sich kurzfristig räumlich trennen möchte, um sich sortieren zu können. Mit kurzen Kündigungsfristen wird es möglich, sich mit viel Freiraum der Neuordnung des Lebens zu widmen. Diese Appartements sollen auch möbliert und so ausgestattet sein, dass man nur mit einem Koffer einziehen kann.

Gemeinschaftsküche, gemeinsames Wohnzimmer, zusammen im Keller werkeln: In Ihrem Konzept ist häufig von gemeinsamem Tun die Rede. Wen wollen Sie damit besonders ansprechen?

Klugstedt Ich denke da vor allem an die Baby-Boomer-Generation, die oft mit mehreren Geschwistern aufgewachsen ist. Die eigenen Kinder sind aus dem Haus, so manche Ehe ist längst geschieden. Und dann steht man plötzlich allein da und kann dem Alleinleben nicht wirklich etwas abgewinnen.

Ein Paar, zwei Wohnungen - das ist doch heutzutage ein etabliertes Beziehungsmodell. Ist es nicht längst normal, allein zu wohnen?

Klugstedt Das schon... Aber meine Erfahrung ist es, dass sich nicht nur Singles eine Form des Zusammenlebens wünschen, in der auch das Bedürfnis nach Gemeinsamkeit gelebt werden kann. Und viele Probleme werden nicht durch Reden, sondern beim Werkeln im Keller oder beim gemeinsamen Kochen gelöst.

Haben Sie denn schon einen Investor für ihr Wohnprojekt gefunden?

Klugstedt Ich habe dem Mettmanner Bauverein meine Pläne vorgestellt. Dort war man durchaus von der Idee angetan. Nun suche ich aber erstmal Leute, die sich vorstellen könnten, ein solches Projekt mit mir umzusetzen.

DIE FRAGEN STELLTE SABINE MAGUIRE

Quelle: RP
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