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Kreis Mettmann
Die schwierige Rückkehr der Mütter in den Job

Kreis Mettmann: Die schwierige Rückkehr der Mütter in den Job
Gerade in der Pharmabranche gibt es viele qualifizierte Jobs, in die auch Frauen nach der Kinderpause wechseln können. FOTO: dpa/Patrick Pleul
Kreis Mettmann. Das Netzwerk W im Kreis Mettmann informiert Frauen, die zurück in den Beruf wollen. Die Arbeitsagentur bemüht sich ebenfalls. Von Valeska von Dolega

Fünf Jahre war die gelernte Arzthelferin aus dem Beruf, hatte sich um ihren schulpflichtigen Sohn gekümmert. Jetzt wollte die 35-Jährige wieder arbeiten, war aber wegen der langen Familienpause zaghaft. Unterstützung fand sie bei Barbara Engelmann von der Agentur für Arbeit. Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt ist Anlaufstelle für Frauen, die keinen Anspruch mehr haben auf ihren alten Arbeitsplatz und nach einer längeren Familienpause in den Beruf zurückwollen.

Im Juni dieses Jahres waren es 168 Personen, die als "Berufszurückkehrende" bei der Agentur für Arbeit gemeldet wurden. Der Löwenanteil davon waren Frauen, nämlich 155 (92 Prozent). Im Juni 2014 lasen sich die Zahlen ähnlich: Von 174 Berufsrückkehrern waren 159 weiblich (91,4 Prozent). "Die Statistik sagt nichts darüber aus, ob sie wegen ihren Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen pausiert haben", sagt Barbara Engelmann. "Vom Gefühl her würde ich sagen, dass die Kinderpause deutlich überwiegt." Das liege auch daran, dass die Hilfestellung der Bundesagentur für die Zeit nach der Pflege nicht so bekannt ist.

Viele Mütter wissen nicht, dass sie Anspruch auf Beratung und Weiterbildung haben, auch wenn sie kein Arbeitslosengeld erhalten. Barbara Engelmann und Kollegin Anja Kellermann aus dem Team der Wiedereinstiegsberatung geben zunächst einen generellen Überblick über die Angebote, die zurück in den Beruf führen, auf welchen Fähigkeiten der Familienpause oder der früheren Arbeit sie aufbauen kann. Arbeitsvermittlerin macht dann konkrete Vorschläge, welche von der Arbeitsagentur geförderte Weiterbildung oder Qualifizierung die Bewerberin für eine spezielle Stelle braucht. Generell gilt: Je qualifizierter und flexibler die Betreffende ist, desto höher sind die Chancen, im Job durchstarten zu können.

Was realistische Gehaltsforderungen, Arbeitszeiten und marktübliche Einbindung über eine Teilzeitbeschäftigung sind, darüber informiert ebenso das Netzwerk Wiedereinstieg, kurz: Netzwerk W. 12.000 Euro bekommt die Wirtschaftsförderung des Kreises Mettmann jährlich dafür, "Angebote verschiedener Akteure zu bündeln" und Betreffende so wieder in Arbeit zu bringen, sei die Aufgabe, wie Heike Körner vom Netzwerk W sagt. Vor etwa zehn Jahren war diese Idee vom Land NRW initiiert worden, längst ist das Konzept lokal verankert (www.wiedereinstieg-me.de). Partner im Verbund sind die Agentur für Arbeit, Jobcenter, Volkshochschulen, private Weiterbilder, soziale Einrichtungen und alle zehn Kreisstädte. Vernetzt und in Kontakt gebracht wird in individuellen Beratungen ebenso wie in gemeinsamen Projekten. Der "Wiedereinstiegstag" ist dafür ein Beispiel, 400 Frauen nahmen an der Veranstaltung teil. 2016 ist Monheim Austragungsort.

2016 soll es als Versuchsballon so etwas wie eine virtuelle Messe geben. Hier schalten sich die interessierten Frauen per Smartphone oder iPhone zu.

Quelle: RP
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