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Wülfrath
Die Stadt vom Müll befreit

Düsseldorf. Am 10. Dreck-Weg-Tag beteiligen sich 472 Wülfrather, darunter viele Jugendliche und Kinder. Im Wald wird eine wilde Müllkippe und ein Platz mit abgeladenen Wasch- und Spülmaschinen entdeckt. Von R. Mairose-Gundermann

"Dieses Engagement, dieses Herzblut zeichnet Wülfrath aus", lobte Bürgermeisterin Dr. Claudia Panke alle Aktiven und Sponsoren, die am 10. Dreck-weg-Tag dazu beitrugen, die Stadt schöner und sauberer zu machen. Wegen des Winterwetters war die Aktion um eine Woche verschoben worden. 472 Personen engagierten sich in diesem Jahr, wobei einige Schulen bereits tags zuvor unzählige Müllsäcke füllten.

Das Mülleinsammeln, Freitag und Samstag, hatte sich gelohnt. "Unglaublich, was Leute alles wegschmeißen", resümierte Dieter Brocks, der mit seinem Schalke-Fan-Club den Kreisverkehr bei Lidl, und die obere Düsseler und Kölnische Landstraße bearbeitete. In der Gegend war nicht wenig auch von Lkw-Pritschen ins Gebüsch geflogen. "Wir haben schon oft mit den Fahrern diskutiert, Papier, Plastik, Getränkeflaschen nicht hinter sich auf die Pritschen zu werfen. Es scheint müßig zu sein", räumte Baubetriebshofleiter Frank Küppersbusch ein.

Portemonnaies mit Inhalt

Die "Funde" der Gruppen und Einzelpersonen geben einen Einblick, was Leute in der Natur entsorgen. Bernd Schulte-Bocholt entdeckte im Gebiet Koxhof/Gut Bölkum eine wilde Müllkippe und eine Stelle mit abgeladenen Wasch- und Spülmaschinen. Das THW holte aus dem Krappsteich Gehhilfe, Roller, Stuhl, Flaschen, abgesägte Bäume. "Man hätte aus den entsorgten Teilen ein halbes Auto zusammenbauen können", berichtete Dr. Panke über ihren Einsatz mit der Wülfrather Gruppe an der unteren Düsseler Straße.

Die Freie Aktive Schule (FASW) verwandelte Parkplatz und Park am ehemaligen Krankenhaus in ein Schmuckstück und fand Plastikeimer und Liegestuhlkissen. Zu der breiten Palette der Fundstücke gehörten an anderen Stellen Geldbörsen mit Inhalt und sogar Kleinkalibermunition. Mit großer Freude registrierten die Organisatoren die Vielzahl teilnehmender Kinder und Jugendlicher. Stichwort, "Erziehungsgedanke/ Verantwortung". Der Islamische Verein nahm sich mit 20 Kindern, Vorbeter Tahsin Solak und Vorstandsmitglied Hasan Kececi die Lindenstraße vor.

Jugendliche der Freien evangelischen Gemeinde krempelten die Ärmel hoch, ebenso Realschüler rund um ihr Schulgelände. Bei der FASW war Mattes (knapp zwei) jüngster Helfer, Johannes (12) sammelte wegen eines Unterarmbruche sogar einarmig. Jan-Luca (3,5 Jahre alt) aus Düsseldorf, "machte als Großstädter mal Flandersbach sauber" (O-Ton Bürgervereinsvorsitzender Dietmar Ruda).

Quelle: RP
 
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