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Kreis Mettmann
Die Zukunftsplanung der Generation 55 plus

Kreis Mettmann: Die Zukunftsplanung der Generation 55 plus
Der Bedarf an Pflege-Infrastruktur steigt stetig. Die statistische Erhebung dient dazu, diese Erkenntnis zu präzisieren. FOTO: dpa (Mascha Brichta)
Kreis Mettmann. Der Kreis Mettmann befragt in diesen Tagen 12.500 Männer und Frauen zu ihren Lebensumständen. Die Teilnahme ist freiwillig und anonym. Von Valeska von Dolega

Wenn der Postmann in dieser Woche klingelt, bringt er 12.500 Menschen, die älter als 55 Jahre sind, ein dickeres Kuvert. Darin enthalten ist eine 16-seitige Umfrage mit knapp 60 Fragen. Die Antworten, die die Befragten darauf geben, sind maßgeblich für die Zukunftsplanung der Generation 55 plus.

"Wie viele 55-Jährige und Ältere es im Kreis Mettmann insgesamt und verteilt auf die zehn Städte gibt, wissen wir", erklärt Kreisdirektor Martin Richter. Gemäß statistischer Erhebung ist ein Viertel der im Kreis Mettmann Lebenden älter als 65 Jahre. Tendenz steigend. Wie hoch der Frauen- und Mänenranteil ist, ist auch bekannt. "Aber ihre qualitativen Lebensumstände kennen wir nicht." Das soll sich mit dieser Umfrage ändern. Und zwar nicht aus Jux und Tollerei, sondern um härtere Fakten zu haben als sie bislang die allgemeinen Statistiken liefern.

Bewohner im Kreis Mettmann sind signifikant älter als der Landesdurchschnitt, weiß der Kreisdirektor. "Diese Entwicklung geht im Kreis Mettmann einher mit einem erwarteten Bevölkerungsrückgang um 2,4 Prozent und damit einem weiteren Anstieg des Durchschnittsalters." Das hat Folgen für alle. Beispielsweise in Bezug auf die Pflegeangebote, die zukünftig vorgehalten werden müssen. Es werden also zu diesem herausfordernden Thema Fragen gestellt, wie es um die Gesundheit steht, ob es eigene Kinder gibt, ob die in der Nähe oder weit weg leben und wie ausgeprägt das soziale Netzwerk zu Bekannten und Freunden ist. "Wie und in welchen Verhältnissen leben die Menschen?"

Aus den Antworten lassen sich Tendenzen ablesen, wie Thomas Müller, im Kreis zuständig für das Ressort Soziale Planung, sagt. Besteht die Gefahr der Vereinsamung, wo ist häusliches Unterstützungpotenzial, werden bereits bestehende Angebote akzeptiert und wird das bisherige Angebot als ausreichend empfunden? Die Teilnahme ist "natürlich freiwillig und anonym", Kosten entstehen für die Mitmachenden ebenfalls keine. Innerhalb eines Monats sollten die Bögen ausgefüllt an das Büro des Landrats zurückgeschickt werden. Der Zuschnitt der Befragung ist so gewählt, dass die Umfrage neben den Aussagen auf Ebene des Kreises Mettmann ebenfalls für die Heimatstadt ein repräsentatives Ergebnis liefert.

Evaluiert wurde der Fragenkatalog übrigens nicht allein, sondern in Zusammenarbeit mit anderen Städten und dem Forschungsverbund "Aktives Altern" des Verbands der Deutschen Statistiker mit dem Freiburger Institut für angewandte Sozialwissenschaften (FIFAS) entwickelt. Die Ergebnisse dieser ersten Umfrage werden im kommenden Frühjahr erwartet.

Quelle: RP
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