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Mettmann
DLRG fürchtet um Existenz

Düsseldorf. Die Vorschläge der Verwaltung, von den Vereinen Gebühren für die Nutzung der städtischen Bäder zu erheben, bedeutet für die Mettmanner Ortsgruppe das Aus. Ihre ehrenamtliche Arbeit ist gefährdet. Von Christoph Zacharias

Die DLRG-Ortsgruppe Mettmann fürchtet um ihre Existenz, wenn die Vorschläge der Verwaltung greifen, künftig Gebühren für die Nutzung der Bäder zu erheben. Die Verwaltung hatte im Haushaltssicherungs-Konzept vorgeschlagen, die Vereine zur Kasse zu bitten. Auf 43460 Euro bezifferte der Kämmerer die Mehreinnahme insgesamt im Jahr. Die CDU modifizierte den Vorschlag und plädierte dafür, pro Übungsstunde 20 Euro von den Vereinen zu verlangen.

Keine Zuwendung der Stadt

"Unsere Organisation würde durch eine Gebührenerhebung in ein finanzielles Aus getrieben werden", sagt Petra Herresbach von der DLRG-Ortsgruppe. "Wir haben keine Zuwendungen von der Stadt Mettmann erhalten, bis auf die über den Stadtsportverband geleistete Jugendförderung."

Außerdem habe die DLRG in der Vergangenheit an die Stadt Mettmann keine Forderungen für geleistete Sonderarbeiten gestellt. Herresbach: "Leider mussten wir feststellen, dass die CDU mit einer geforderten Pauschale von 20 Euro pro Übungsstunde, als Nutzungsentgelt für das Hallenbad, als einzige Partei diese Botschaft nicht verstanden hat."

Die Aussage der Stadtverwaltung, dass in anderen Gemeinden ebenfalls Gebühren erhoben werden, habe die Mettmanner-Gruppe in Bezug auf andere DLRG Ortsgruppen recherchiert und musste feststellen, dass in der Regel die Ortsgruppen stets ihre Ausgaben durch die Verwaltungen refinanziert bekommen, so Herresbach.

Die Ortsgruppe Mettmann sei kein gewinnorientierter Sportverein, sondern eine lebensrettende Hilfsorganisation, so Herresbach. Die Organisation arbeite ausschließlich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern. Sie leiste nicht nur Gesundheitsprävention, sondern auch soziales Engagement. Die DLRG sehe sich dem Auftrag verpflichtet, jedem Bürger die Möglichkeit anzubieten, vom Nichtschwimmer zum Schwimmer und vom Schwimmer zum Rettungsschwimmer ausgebildet zu werden, unabhängig von seinem finanziellen Hintergrund. Sie leiste ihre Einsätze ausschließlich aus eigenen Personalressourcen, die intern ausgebildet werden.

Die Ortsgruppe Mettmann stelle nicht nur der Stadt Mettmann, sondern, im Bedarfsfall, auch überregional ihre ausgebildeten Rettungsschwimmer präventiv der Unfallverhütung zur Verfügung (Wachgänge, 1. Hilfe-Einsätze, Katastrophenschutz, Rettungstauchereinsätze).

Auch die Mettmanner Jusos kritisieren die Gebührenerhebung für die DLRG: "Um die 300 Menschen (davon 70 bis 75 Prozent Kinder und Jugendliche) werden jeden Donnerstag Abend betreut. Schwimmunterricht für muslimische Frauen, die jährlich stattfindende Kinder- und Jugendfreizeiten, Wartung des Freibads, Ausbildung von Rettungsschwimmern und Unterstützung des Schulschwimmens sind nur ein Teil der Aufgaben, die die DLRG in Mettmann wahrnimmt", sagt Corell Stähler von den Jusos. Anstatt der DLRG eine Gewinnorientierung vorzuwerfen, sollten die Mettmanner Politiker und Verwaltungsangestellten überlegen, was getan werden müsse, um das Bestehen dieser Vereinigung zu garantieren.

Quelle: RP
 
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