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Mettmann
Ein Gesellschaftsspiel, das für Diskussionen sorgen will

Mettmann: Ein Gesellschaftsspiel, das für Diskussionen sorgen will
Alina Herr (2.v.l.) und Alexander Komar (r.) stellten am Brauhaus ihr selbst entwickeltes Gesellschaftsspiel vor. FOTO: dj
Mettmann. Alina Herr und Alexander Komar haben ein Spiel entwickelt, bei dem alle gemeinsam gewinnen oder verlieren. Die Gemeinschaft ist das Ziel, sagen sie. Von Laura Micus

"Was würdest du tun, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?" Dieser Frage stellen sich Alina Herr und Alexander Komar aus Saarbrücken und haben dazu ein Brettspiel entwickelt - das Gesellschafts-Spiel, das sie am Wochenende in Mettmann vorstellten.

"Wir wollten eine Alternative zu Monopoly", sagt Alina Herr, "da gewinnt einer und alle anderen verlieren. Das ist ein Auslaufmodell." Bei ihrem Spiel gewinnen oder verlieren alle Mitspieler gemeinsam, "als Gesellschaft", sagt Alexander Komar. Es sei ein kooperatives Spiel, ein Gemeinschaftsspiel, es setze auf Kommunikation. Jetzt haben die beiden in Mettmann mit den Bürgern zusammen gespielt.

"Wir kommen dahin, wo wir eingeladen werden", sagt Alina Herr. "Wir haben eine Partnerschaft mit der Spielkampagne", erklärt sie, so war der Weg in die Kreisstadt nicht weit. Bisher haben sie auch schon in Berlin, Frankfurt, Stuttgart und Bremen ihr Gesellschaftsspiel ausgepackt. Etwa zwei Mal im Monat seien sie unterwegs, sie haben ihr Spiel 1000 Mal drucken lassen, sagen sie.

Am Anfang werden Gesellschaftsziele ausgewählt, diese gilt es dann im Laufe des Spiels zu erreichen. Dies können etwa "Zukunft der Arbeit", "Soziale Gerechtigkeit" oder "Demokratisch, praktisch, gut" sein. Dann muss man sich entscheiden, ob man nur mit dem Grundeinkommen lebt, in Teilzeit oder in Vollzeit arbeitet. Je nach Situation hat der Mitspieler entsprechend viel oder wenig Zeit, sich in verschiedenen Bereichen zu engagieren. Man kann in der Wirtschaft tätig sein, im Bereich Soziales, in der Kultur oder in der Wissenschaft. Für jeden Bereich gibt es Spielkarten, die man ausspielen kann, wenn die Spielfigur auf das entsprechende Feld kommt.

"Man spielt mit offenen Karten", so bestehe mehr Redebedarf. Es kann auch sein, dass das Spiel für mehrere Minuten unterbrochen werden muss, wenn eine Diskussion entflammt. Aber genau das sei der Sinn des Spiels. "Man muss gar nicht lange spielen", sagt Alina Herr, und schon spreche man über die verschiedensten aktuellen Themen. Mit den sogenannten "Geistesblitz-Karten" kann man eigene Ideen einbringen. "Ich möchte eine Studie machen", kündigt ein Mitspieler an, "gibt es einen Zusammenhang zwischen Pokémon Go und nachhaltiger Stadtentwicklung?" "Gibt es da Ideen?", fragt ein Zweiter. Und schon hat man ein weiteres Gesprächsthema gefunden. Mettmannerin Ria Garcia gefällt das Spiel: "Es hilft, Ideen zu entwickeln, die wir leben wollen", sagt sie. Das gefalle ihr gut.

Ob die Spieler da Gedanken bekommen, die sich im wirklichen Leben umsetzen lassen? Alina Herr und Alexander Komar fänden ein gewisses Grundeinkommen in manchen Situationen gar nicht schlecht. In Zukunft möchten sie deshalb durchaus noch weitere Spiele zu gesellschaftlich relevanten Themen entwickeln.

Quelle: RP
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