| 14.57 Uhr

Mettmann
Ein-Mann-Band Crampton

Düsseldorf. Der gebürtige Londoner begeistert die Gäste der Blueswoche in der Mettmanner Feuerwache. Das Duo "Dr. Mojo" aus Remscheid stimmt das Publikum mit eher einfühlsamen Songs auf den Abend ein. Von Dominique Schroller

Rauchige Stimmen und harte Gitarrenklänge erfüllten im Mittelpunkt der Mettmanner Blueswoche die Feuerwehrhalle an der Laubacher Straße. Der Brite John Crampton arbeitete sich auf der Bühne mit vollem Körpereinsatz an seinen Instrumenten ab. Als Ein-Mann-Kraftwerk begleitete er sich selbst mit Gitarre, Mundharmonika, rhythmischem Klatschen und dem Stampfen seiner Füße. Er war sein eigenes Orchester. Die Zuschauer ließen sich von seiner vielstimmigen Musik, die an den Stil von Howlin' Wolf und John Lee Hooker angelehnt war mitreißen. Sie wippten und klatschten zu den taktbetonten Songs, die sie wie in einer alten Eisenbahn mitten in die Prärie entführten. Der Applaus schien John Crampton anzustacheln, seine Finger noch schneller über die Saiten fliegen zu lassen. "Er verausgabt sich auf der Bühne und spielt bis zur völligen Erschöpfung", sagte Wolfgang Pieker als Organisator der Blueswoche nicht ohne Bewunderung.

Pieker gelingt es seit 21 Jahren immer wieder, Publikum und Musiker für seine Veranstaltung zu begeistern. Die ungewöhnliche Umgebung harmonierte überraschend gut mit den rauen Rhythmen aus dem Land der Cowboys. "Diese Latzhosenatmosphäre passt einfach. Ich bin zum ersten Mal hier in dieser Halle und es gefällt mir richtig gut", lobte Konzertbesucher Harald Feyen. Er bekam im Laufe des Abends zwei verschiedene Spielarten des Blues zu hören. Denn bevor John Crampton mit vollem Einsatz in die Saiten griff, hatte das Duo "Dr. Mojo" aus Remscheid das Publikum mit sanften Klängen eingestimmt. Eingängige Takte und bisweilen melancholische Melodien beschworen Lagerfeuerromantik in Cowboykreisen herauf. Die fast jammervollen Töne der Mundharmonika standen im Kontrast zum druckvollen und energiegeladenen Spiel des John Crampton.

Der Mann aus Brighton füllte die Halle mit seiner rauchigen Stimme und den stahlharten Klängen seiner Gitarre musikalisch aus. Die Einsatzkräfte der Mettmanner Feuerwehr konnten als Gastgeber und Helfer das Konzert in ihren vier Wänden allerdings nicht genießen. Sie mussten während der Veranstaltung mit Blaulicht und Martinshorn in ihren Wagen zu einem Einsatz an der Schwarzbachstraße ausrücken.

"So etwas hatten wir in all den Jahren auch noch nicht", sagte Wolfgang Pieker, nachdem auch das letzte rote Fahrzeug aus der Halle verschwunden war.

Quelle: RP
 
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