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Kreis Mettmann
Einbruchsradar: Kreispolizei zaudert

Einbrüche in NRW 2014 – Daten und Fakten
Einbrüche in NRW 2014 – Daten und Fakten FOTO: Ferl
Kreis Mettmann. Anderswo können Bürger wöchentlich Tatorte abrufen. Für den Kreis Mettmann bedarf es eines Anstoßes von oben. Von Stephan Meisel

Am Polizeistand vor der Richrather Kirche St. Martin sind gestern vor allem Tipps gegen Einbrüche gefragt. Aus gutem Grund: "Deren Zahl ist im vergangenen Jahr im Kreis Mettmann stark gestiegen", gab Landrat Thomas Hendele (CDU) schon vor der im März anstehenden Veröffentlichung der Kriminalitätsstatistik 2015 bekannt.

Der Einsatz des Infomobils und vorbeugende Aktionen wie "Riegel vor" oder "Wachsamer Nachbar" haben diesen starken Anstieg nicht verhindert. Um wenigstens zu wissen, wo in ihrer Stadt zuletzt Wohnungen geplündert wurden, hoffen viele Bürger auf den so genannten "Einbruchsradar". Doch die Mettmanner Kreispolizei zaudert, dieses anderswo erprobte Instrument einzuführen.

Die fiesen Tricks der Diebe an der Haustür FOTO: RP

In Wuppertal, Remscheid, Solingen, Hamm, Hagen, Bochum und probeweise Leverkusen setzen Polizeibehörden auf den Einbruchsradar. Im Internet zeigen sie wöchentlich eine Karte mit den Tatorten der vergangenen sieben Tage. "So wissen die Bürger, wo gerade Banden oder Einzeltäter zugange sind", sagte der Wuppertaler Polizeisprecher Stefan Weiand unserer Redaktion. Wenn es im eigenen Wohnviertel passiert, seien sie dann aufmerksamer als sonst, wenn sich dort verdächtige Fremde aufhalten. Indem sich nach einer Tat womöglich zusätzliche Zeugen melden, dient laut Weiand der Einbruchsradar "nicht nur der Vorbeugung, sondern er trägt auch zur Aufklärung bei".

Trotz solcher positiven Effekte ist bei der Mettmanner Kreispolizei laut Pressesprecher Ulrich Löhe bislang nicht geplant, diesen Einbruchsradar für die Bürger der zehn Städte zu installieren. "Das bedarf entsprechender Software und es fehlen uns die Möglichkeiten. Wenn es sich anderswo bewährt und wir dann entsprechend ausgestattet werden, sollten wir dieses Instrument sicher auch anwenden." Nach den Worten seines Wuppertaler Kollegen Weiand hält sich der Mehraufwand indes in Grenzen. "Es wurde deswegen niemand extra eingestellt. Wir leisten uns den Einbruchsradar, weil uns dieses Instrument im Sinne der Transparenz gegenüber Bürgern sehr wichtig erscheint." Computertechnisch sei er mit der vorhandenen Software und wenigen Verknüpfungen machbar. Das NRW-Innenministerium beobachtet nach den Worten des für Polizeiangelegenheiten zuständigen Sprechers Wolfgang Beus den Einsatz des Einbruchsradars "mit großem Interesse". Das Instrument sei nicht von oben herab angeordnet worden, sondern die beteiligten, teils unterschiedlich strukturierten Polizeibehörden hätten es "jeweils für sich entwickelt. Die wollen das und können das." Parallel laufe seit wenigen Monaten in Köln und Duisburg ein vom Landeskriminalamt betreutes Pilotprojekt "Predictive Policing" (siehe Infobox), bei dem aus Einbrüchen Strategien abgeleitet werden. Wenn die Mettmanner Kreispolizei nicht von sich aus den Einbruchsradar einführt, wird sie womöglich dazu verdonnert: Im Landtag hat die CDU jetzt einen Vorstoß angekündigt, ihn flächendeckend in NRW einzuführen.

Quelle: RP
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