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Ân(ge-)dacht
Eine halbe Ewigkeit

Mettmann. Das dauert ja wieder eine halbe Ewigkeit. Können Sie endlich eine andere Kasse öffnen?" Forsch drückt einer in der Warteschlange im Supermarkt seinen Unmut aus. Gerade wenn man etwas schnell erledigen muss und wider Erwarten sich die Wartezeit in die Länge zieht, werden wir ungeduldig. "Das dauert ja ewig", selbst wenn es nur ein paar Minuten sind, die wir im Bürgerbüro oder am Bahnhofsschalter warten müssen. Wir benutzen das Wort "ewig" im Sinne von "lange". "Das ist so gut gebaut. Das hält ewig."

Am kommenden Sonntag feiern Menschen in der Evangelischen Kirche den Ewigkeitssonntag. Früher hieß er auch Totensonntag. Angehörige, Freunde und Weggefährten erinnern sich an die Verstorbenen. In vielen Kirchen werden die Namen derer, die in diesem Jahr verstorben sind genannt. Man denkt daran, was man mit Ihnen erlebt hat und wie sie einen geprägt haben. In unseren Gedanken und Erinnerungen leben sie weiter. Am Ewigkeitssonntag denken die Menschen aber auch an die Ewigkeit Gottes, der wir entgegengehen. Unser Leben hat einen konkreten Anfang und mit dem Tod auch ein klares Ende. Unser Leben ist begrenzt. Was jenseits unserer Lebenszeit ist, können wir uns nicht wirklich vorstellen. Ewigkeit, nie aufhörend, immer?

Ewigkeit ist sicherlich keine endlos gedehnte Zeit. Könnte Ewigkeit nicht auch einen Ort benennen, statt nur eine Zeit?

Wir hoffen, dass die Gemeinschaft mit Gott immer bestehen bleibt und nicht durch den Tod endet. Wie es nach dem Tod sein wird, wissen wir nicht. Aber dass auch dort Gott ist und die Gemeinschaft mit ihm vollendet wird, darauf vertrauen wir. Das gilt schon jetzt für die Verstorbenen, aber auch für uns - für immer und ewig.

PFARRER ERNST SCHMIDT, EVANG. KIRCHENGEMEINDE METTMANN ERNST-ALBRECHT.SCHMIDT@EKIR.DE

Quelle: RP
 
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