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Kreis Mettmann
Eins, eins, zwei: 11.2. ist Tag des europäischen Notrufs

Kreis Mettmann. Ob Herzinfarkt, Unfall oder Brand - die Leitstellen im Kreis Mettmann schicken schnell Hilfe. Von Ilka Platzek

Angenommen, auf der A3 zwischen Mettmann und Hilden brennt ein PKW. Autofahrer greifen zum Handy und wählen die 112. Was passiert? "Das ist abhängig von der Funkzelle, in die sich das Handy einwählt", erklärt der Leiter der Feuerwehr Haan, Carsten Schlipköter. "Jeder Autobahnkilometer ist einer Leitstelle zugeordnet, die dann Hilfe schickt."

Die 112 gilt europaweit. Ob Unfall oder medizinischer Notfall: Um schnellstmöglich Hilfe zu rufen, wählt man die 112. Um die lebensrettende Nummer bekannter zu machen, hat die EU deshalb den 11. Februar (11.2.) zum "Europäischen Tag der 112" erklärt.

"Die 112-Gespräche sind für den Anrufer immer kostenlos", erklärt Jürgen Schrage, Rettungsdienstexperte der Johanniter im Kreis Mettmann. "Selbst von Mobiltelefonen ohne Guthaben kann die Notrufnummer angewählt werden." Es meldet sich ein medizinisch geschulter Mitarbeiter, der mit dem Anrufer einen festen Katalog an Fragen durchgeht: "Wo ist es passiert?", "Wie viele Menschen sind verletzt?" und "Wie ist deren gesundheitlicher Zustand?".

"So ist gewährleistet, dass vor dem Ausrücken der professionellen Helfer alle wichtigen Informationen vorliegen", betont er. Und wenn der Anrufer nicht genau weiß, wo er sich befindet? "Unser 'Zentralist' hat gute Ortskenntnisse und wird bei der Ortssuche von ,rechnerunterstützten Systemen' unterstützt", sagt Schlipköter.

Kreisbrandmeister Torsten Schams sagt zur Kreisleitstelle: "Haan, Velbert, Monheim und Langenfeld machen nicht mit, weil es nicht gewollt ist", sagt er. Die neue Leitstelle in Mettmann werde gebaut, "weil das Gebäude an der Laubacher Straße anderweitig gebraucht wird, nicht aus technischen Gründen. Wir müssten natürlich das Personal aufstocken", räumt er ein und die Städte müssten anteilig dafür zahlen. Die Haaner Politik lässt derzeit die Verwaltung "die Voraussetzungen für eine im Jahr 2021 vorgesehene Aufschaltung an die Kreisleitstelle Mettmann " prüfen, so der Titel der Vorlage für die Verwaltung. Schams kennt viele Gründe, die für eine Kreis-Leitstelle sprechen: "In unserer Kreis-Leitstelle sitzen immer mehrere Disponenten. Sie sind so gut geschult, dass sie etwa bei einem Herzinfarkt auch dem Laien Anweisungen für die Reanimation geben können." "Es geht schneller, wenn eine Kreisleitstelle die Einsätze koordiniert. Mit Funkmeldungen und Alarm-Depechen werden die Retter sofort benachrichtigt und losgeschickt." Würde die Kreis-Leitstelle etwa wegen einer Bombenentschärfung ausfallen, würde sofort Leverkusen übernehmen: "Mit denen haben wir ein entsprechendes Abkommen."

Die Leitstelle in Mettmann hat aber noch einen weiteren Trumpf im Ärmel: "Wenn jemand nicht weiß, wo er ist, bitten wir ihn, mit "What's App" seinen Standort zu senden. Das geht per Knopfdruck und ist bis auf 10 Meter genau."

Quelle: RP
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