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Mettmann
Einsatz für die Ukraine

Mettmann: Einsatz für die Ukraine
Dina Aschbach musste aus Usbekistan fliehen und hat eine neue Heimat in Mettmann gefunden. Ihre Landsleute hat sie nicht vergessen. FOTO: Achim Blazy
Mettmann. Dina Aschbach ist Ärztin und kümmert sich um Schwerkranke in ihrer Heimat. Sie ist auf Spenden für Medikamente angewiesen. Von Thomas Peter

Dina Aschbach ist Ärztin, hat an der Medizinischen Hochschule Taschkent (Usbekistan) studiert. Als Al-Qaida 1999 die Stadt mit Bombenanschlägen überzog, musste sie Hals über Kopf fliehen, mit sechs Koffern und zwei Kindern. Ihr Weg führte sie, wie so viele andere, nach Deutschland. Hier lernte sie ihren zweiten Mann, Fritz Aschbach, kennen, und sie bauten gemeinsam ein Haus in Mettmann. Den Ländern der ehemaligen Sowjetunion blieb sie weiterhin eng verbunden.

Bei den Protesten auf dem Maidan-Platz in Kiew war sie dabei, auch beim Sturz von Diktator Viktor Janukovic. "Die Regierung hatte die U-Bahn geschlossen, Menschen mussten 10, 20 Kilometer zu Fuß nach Hause laufen. Einen Tag später verschwand Janukovic über Nacht", erinnert sie sich. Sie hat viele Kontakte zu Ärzten aus Osteuropa, die bei den Maidan-Unruhen die Verletzten versorgten. Auch Dina Aschbach half spontan mit. Seitdem reist sie alle zwei Monate in die Ukraine, um sich mit ihren Kollegen auszutauschen. So lernte sie die 29-jährige Lesja Tunzhai kennen, die mit einem akuten Darmverschluss im Dobrobut-Hospital in Kiew auf der Intensivstation liegt. Das Schicksal der Frau hat Aschbach nachhaltig beeindruckt, sie konzentriert sich zur Zeit ganz auf ihre Rettung. "Sie hat ein Loch im Bauch und kann deshalb keine Nahrung aufnehmen. Sie braucht täglich Infusionen, Medikamente und neue Laporotomiebeutel."

Eine Liste mit allen nötigen Medikamenten verteilt Aschbach gerne an Spendenwillige. "Der Staat gibt fast kein Geld für solche Fälle, die Krankenversicherung funktioniert nicht mehr". Die Frau könne innerhalb von 6 Wochen geheilt werden, sagt Aschbach, doch bis dahin würden täglich 100 bis 120 Euro benötigt.

Ein anderer Fall aus Aschbachs Patientenliste: ein Mann, dem bei den Maidan-Unruhen in den Kopf geschossen wurde. Er war aus Kiew in die Berliner Charité verlegt worden und wieder zurück, danach verschlechterte sich sein Zustand. Er liegt in einer Art Wachkoma, für seine Versorgung werden 170 Euro pro Tag gebraucht.

Dina Aschbach, geborene Sadetzkaja, hat viele Bücher geschrieben, ist in Osteuropa berühmt für ihre Alternativ-Medizin. Nur in Deutschland läuft es nicht so recht. "Ich habe lange Zeit nicht verstanden, wie dieses Land funktioniert", gibt sie zu.

Wer helfen will, kann Dina Aschbach unter Telefon 02104 13 96 935 oder per E-Mail unter info@dina-aschbach.de erreichen.

Quelle: RP
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