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Kreis Mettmann
Einzelhandel und Wirte setzen aufs EM-Fieber

Kreis Mettmann. Fanartikel und Accessoires versüßen den Fans das EM-Turnier. Und spülen den Herstellern Geld in ihre Kassen. Von Valeska von Dolega und Uwe Reimann

"Die Händler sind für das Großereignis Fußball-EM gut gerüstet", sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschlands, Stefan Genth. Nicht nur mit ihrer Schaufensterdekoration, Anzeigenwerbung und besonderen Aktionen hätten sie sich auf das Fußball-Fieber eingestellt. Fußballfieber herrscht- natürlich - auch bei Intersport Egenberger an der Bechemer Straße in Ratingen. "Natürlich haben wir das offizielle Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft", erklärt Juniorchef Julius Egenberger. Selbstverständlich lässt sich das individuell mit dem Namen des Trägers im Geschäft beflocken. Ebenso gibt es hier quasi die gleichen Hosen, Stutzen und offiziellen Bälle, mit denen die Löw-Jungen in Frankreich arbeiten. "Klar treiben diese Accessoires den Umsatz an", erklärt Egenberger. "Fußball hat eine ganz andere Lobby als zum Beispiel Leichtathletik oder Basketball", verweist er auf mediale Präsenz und wie die Hersteller die Werbemaschine anschmeißen. Allerdings haben manche Hersteller pünktlich zu Beginn der Europameisterschaft so dermaßen den Markt mit Waren geflutet, dass er bereits jetzt aus Liebe zum Sport Rotstiftpreise gibt. Die Riesenvariante des offiziellen Turnierballs übrigens werden Julius Egenberger und Team für den guten Zweck versteigern - wenn der Europameister ausgespielt ist.

Der Schwarzwälder Spielehersteller Tipp-Kick zum Beispiel profitiert nach eigener Darstellung besonders von der Fußball-EM. "Neben Trikotherstellern sind wir die großen Profiteure der EM", sagt Geschäftsführer Jochen Mieg. Diesmal sei der Effekt besonders stark, da die EM im Nachbarland stattfinde und zudem mit Österreich und der Schweiz zwei Teams aus wichtigen Absatzmärkten mitspielen. Die Folge: Der Umsatz steigt dem Firmenchef zufolge um 30 bis 35 Prozent im Vergleich zu Jahren ohne internationales Fußball-Turnier. Bierbrauer rechnen mit einem Umsatzplus von bis zu zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ohne EM.

Ob direkt dank des Flugs mit der fürs Sportereignis umbenannten "Fanhansa" in einem der EM-Stadien oder beim heimischen Rudelgucken: Mit dem Glückstrikot allein ist es nicht getan. Selbst Photo Porst in Ratingen, sonst als Fachgeschäft für alles rund ums Fotografieren bekannt, bietet das "Deutschland Fan-Set". Für weniger als zehn Euro gibt es Baseball Cap, Umhang, Autofahne, Überzieher für die Autospiegel, hawaiianische Kette sowie Krachmacherelemente in Schwarz, Rot und Gold. Auch der Krimskramsladen "Nanu Nana" an der Oberstraße hält alles bereit, was dem Mitfiebern eine Optik verleiht: Schminke, LED-Luftballons, Armbänder und Girlanden machen das Match zum Event. Der Clou: Einen Deutschland-Getränkekühler aus Plastik gibt's für Euro 1,95.

In Mettmann setzt vor allem Frankenheim am Jubi auf höhere Umsätze wenn die Mettmanner zum Rudelgucken vor den Bildschirmen sitzen.

Quelle: RP
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