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Wülfrath
Energy Award fordert heraus

Düsseldorf. Umweltreferent Andreas Bornemann: Der Wettbewerb kann viel bewegen. Die Bilanz der ersten Teilnahme kann sich sehen lassen. Viel Geld wurde gespart und die Umweltbelastung gesenkt. Von Jochen Delphendahl

Wer Andreas Bornemann kennt, weiß, dass er seine Aufgabe als Umweltreferent der Stadt nicht nur als Job begreift. Er ist Überzeugungstäter und füttert Rat und Verwaltung mit Informationen über Möglichkeiten, in Wülfrath etwas für Umweltschutz zu tun. Und weil die Stadt arm ist, hat er dabei immer mögliche Fördermittel im Blick und konzentriert sich auf Vorschläge, die gleichzeitig die Kosten der Stadt senken. Beispielsweise trug er so maßgeblich dazu bei, dass die Energiekosten städtischer Gebäude erheblich gesenkt wurden.

Vor vier Jahren gelang es ihm, den Rat davon zu überzeugen, dass die Stadt am Wettbewerb „European energy award“ teilnimmt. „Brauchen wir so einen Öko-Bambi“, hatten Skeptiker zunächst gefragt. Doch Bornemann machte deutlich, dass es sich um ein Management-System handelt, das Potenziale aufzeigt. Da das Land die Kosten von 20 000 Euro (auf drei Jahre) zu 70 Prozent trägt, gab es Grünes Licht. Ein Arbeitsteam mit Vertretern der Verwaltung, der GWG und NGT, Neue Gebäudetechnik, Essen, machte sich ans Werk.

Im Umweltausschuss präsentierte der Umweltreferent die Bilanz. Dank der Maxime „Motivation durch Erfolgsbeteiligung“ wurden die Energieverbräuche in Schulen, Kindertagesstätten und Jugendhäusern durch bewussteren Umgang um zehn Prozent gesenkt. Die jährliche Kosteneinsparung macht 50 000 Euro aus, Stadtkasse und Einrichtungen profitieren je zur Hälfte. „Das Klima wird um 123 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr entlastet“, stellte er fest. Das entspreche einer Menge, die 50 Haushalte für Strom und Wärme freisetzen.

Weniger Kohlendioxid

Die Heizungsanlagen der städtischen Gebäude wurden durch private Dienstleister (Contractoren) erneuert. Die Kosten der Stadt sanken um 120 000 Euro, die Umweltbelastung um 250 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. In der Feuerwache, im Gymnasium und in der Grundschule Lindenstraße wurden Blockheizkraftwerke installiert. Innerhalb von 20 Jahren werden 40 000 Euro gespart, 230 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr entfallen.

Es wurden Radwege ausgeschildert und Biogasmöglichkeiten aufgezeigt. Car-Sharing für Dienstfahrten wurde eingeführt. An Fotovoltaik auf städtischen Gebäuden wird gearbeitet. Begonnen wird mit der Erneuerung von Beleuchtungsanlagen und auch der Verbrauch der Straßenbeleuchtung wird gesenkt.

Mit 43 Prozent der möglichen Punkte beim Energy Award wurde die Auditierung erreicht, für die Zertifizierung wären 50 Prozent nötig gewesen. Bornemann bedauert es, dass das Programm des Arbeitsteams nicht weiter umgesetzt worden ist. „Mit Photovoltaik und Sanierung der Beleuchtung hätten wir die Zertifizierung geschafft.“ Leider sei es nicht möglich gewesen, dies politisch umzusetzen.

„Es gibt noch eine Menge zu bewegen und zu sparen“, ist sich der Umweltreferent sicher. Eine erneute Teilnahme am Energy Award sei möglich. Die Förderung betrage rund 70 Prozent, der städtische Anteil rund 10 000 Euro auf drei Jahre. Voraussetzung sei Grünes Licht vom Rat sowie die Mitarbeit von GWG und Stadtwerke (sie machten bislang nicht mit im Arbeitsteam). „Sonst macht es keinen Sinn.“

Quelle: RP
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